Tumpel: Rezepte für mehr Beschäftigung liegen auf dem Tisch - Wann wird endlich gehandelt?

Wien (OTS) - Im August 2005 waren mehr als 219.000 Personen arbeitslos registriert und rund 40.000 in Schulungsmaßnahmen des Arbeitsmarktservice - damit waren 260.000 Menschen auf Arbeitsuche. Das ist gegenüber dem Vergleichsmonat im Vorjahr eine Steigerung von über 6 Prozent oder mehr als 15.000 Betroffene. Alle ExpertInnen sind sich einig, dass die aktuelle Wirtschaftsflaute und die Krise auf dem Arbeitsmarkt mit einem massiven Investitionsprogramm in Infrastruktur, Forschung und Aus- und Weiterbildung sowie mit einer Stärkung der Kaufkraft bekämpft werden kann. AK Präsident Herbert Tumpel: "Die Rezepte liegen längst auf dem Tisch, die Regierung muss nur endlich handeln - ich verlange ein mehrjähriges Investitionsprogramm, mit dem Arbeitsplätze geschaffen werden und durch ein Mehr an beruflicher Aus- und Weiterbildung für Beschäftigte und Arbeit Suchende auch gesichert werden können."

Dass die Jugendarbeitslosigkeit mit fast 10 Prozent wieder überdurchschnittlich gestiegen ist, überrascht Tumpel nicht: "Dass es heuer wieder mehr junge Menschen ohne Lehrstelle oder Arbeitsplatz gibt, war absehbar. Ich werde den Bundeskanzler und den Wirtschaftsminister beim Wort nehmen - sie haben die Schaffung von 800 zusätzlichen Lehrstellen im Bundesdienst und den Ausbau des Auffangnetzes für lehrstellensuchende Jugendliche versprochen. Dieses Versprechen müssen sie halten."

Die steigende Arbeitslosigkeit betrifft mittlerweile alle ArbeitnehmerInnen-Gruppen und faktisch alle Wirtschaftsbereiche in Österreich. Die Hauptursache dafür ist ein im EU-Vergleich deutlich unterdurchschnittliches Wirtschaftswachstum. Hier muss angesetzt werden, verlangt der AK-Präsident. "Die Regierung muss endlich energisch für mehr Wirtschaftswachstum in Österreich arbeiten". Der Weg ist für Herbert Tumpel klar - eine Milliarde mehr öffentliche Investitionen in Infrastruktur und eine steuerliche Entlastung der kleinen und mittleren Einkommen um eine Milliarde Euro sorgen kurzfristig für 30.000 zusätzliche Arbeitsplätze. "Die österreichische Regierung muss alle Möglichkeiten nutzen, die die Reform des EU-Stabilitätspaktes für die Ankurbelung der Wirtschaft gebracht hat", verlangt Tumpel.

Österreich gehört zu den europäischen Schlusslichtern bei der beruflichen Weiterbildung von Beschäftigten. Gleichzeitig sind die Ausgaben für aktive Arbeitsmarktpolitik, also insbesondere für die Schulung von Arbeitslosen mit 0,42 Prozent des Bruttoinlandsproduktes deutlich unter dem EU-Durchschnitt (0,66 Prozent). "Dass Österreich faktisch nichts tut, um Weiterbildung für ArbeitnehmerInnen möglich zu machen, ist bei dieser Arbeitslosigkeit mehr als bedenklich. Diesen Stillstand werden wir alle in wenigen Jahren bitter bereuen, wenn die Wirtschaft wieder mehr Fachkräfte braucht und wenn der Arbeitsmarkt zu den neuen Mitgliedsländern geöffnet wird", sagt Tumpel und fordert insbesondere:

+ Sofortige Erhöhung der öffentlichen Infrastruktur-Investitionen + Steuerliche Entlastung der kleinen und mittleren Einkommen
+ 250 Millionen Euro mehr für die Aus- und Weiterbildung von Arbeit Suchenden

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