Arbeitsmarktdaten: 33.148 mehr Beschäftigte, 12.563 mehr Arbeitslose, ein Zehntel davon mit Wiedereinstellungszusage

Beschäftigung +1%, Arbeitslosigkeit +6,1%, Wiedereinstellungszusagen +13% - Langzeitarbeitslosigkeit minus 50%, offene Lehrstellen +8,7%

Wien (BMWA-OTS) - Der Bestand an vorgemerkten arbeitslosen
Personen liegt Ende August 2005 mit 219.277 um 12.563 bzw. 6,1% über dem vergleichbaren Wert des Vorjahres. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit ist bei den Frauen mit 7,4% (+7.411 auf 107.502) stärker ausgefallen als bei den Männern mit 4,8% (+5.152 auf 111.775). Gegenüber dem Vormonat ist die Arbeitslosigkeit um +8.382 bzw. +4,0% gestiegen. Mit 21.685 (+2.499 bzw. +13,0%) hat jeder Zehnte Arbeitslose (exakt: 9,9%) eine Einstellzusage für einen neuen Arbeitsplatz.

Zum gleichen Zeitpunkt beträgt die Zahl der unselbstständig Beschäftigten nach den vorläufigen Beschäftigtendaten des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger (ohne geringfügige Beschäftigungsverhältnisse) 3.313.676 (1.795.100 Männer, 1.518.576 Frauen). Das bedeutet einen Anstieg von 33.148 bzw. 1,01% gegenüber dem Vorjahr.

Die Ursachen für den Anstieg gegenüber dem Vorjahreswert liegen in der verhaltenen konjunkturellen Entwicklung, im Beschäftigungsrückgang in der Sachgütererzeugung der zwangsläufig auch die Arbeitslosigkeit in diesem Bereich erhöht (10,6% des Anstiegs entfallen auf die Sachgütererzeugung), in der weiterhin hohen Arbeitslosigkeit im Tourismus (17,4% des Anstiegs der Arbeitslosigkeit sind auf den Tourismus zurückzuführen) und in der gegenüber der Entwicklung in den Vormonaten deutlich erhöhten Arbeitslosigkeit im Handel und hier insbesondere im Einzelhandel (11,2% des Anstiegs der Arbeitslosigkeit sind auf den Einzelhandel zurückzuführen). Weitere Ursachen sind die Zuwächse der Arbeitslosigkeit aus unternehmensbezogenen Dienstleistungen und hier insbesondere bei Reinigungsdienstleistungen und aus der Arbeitskräftüberlassung (11,4% des Gesamtanstiegs der Arbeitslosigkeit) sowie im Speziellen der anhaltende Zustrom von Arbeitskräften aus Deutschland (Ende Juli 2005 waren gegenüber dem Vorjahr um 8.273 bzw. 20,7% mehr Personen aus Deutschland beschäftigt). Darüber hinaus steigt durch die große Flexibilität auf dem österreichischen Arbeitsmarkt die Zahl der Arbeitsplatzsuchenden zwangsläufig mit der Zahl der Beschäftigten.

Der österreichische Arbeitsmarkt ist von einer relativ konstanten Fluktuationsrate gekennzeichnet. Wenn dann mehr Personen beschäftigt sind und ein annähernd gleicher Prozentsatz den Arbeitsplatz verliert oder von sich aus aufgibt, so gibt es folglich auch mehr Arbeitslose. Daher gibt es zum Beispiel im Tourismus einerseits steigende Beschäftigung, andererseits eine Erhöhung der Arbeitslosigkeit um 1.745 oder +4,4%. Auch bei den unternehmensbezogenen Dienstleistungen gibt es steigende Beschäftigung und trotzdem eine um 1.431 oder 9,5% höhere Arbeitslosigkeit. Die konstante Arbeitslosenquote (die Relation zwischen Arbeitslosen und Arbeitskräftepotenzial) zeigt dies deutlich.

Position Österreichs im internationalen Vergleich

EUROSTAT weist für Österreich mit der aktuellen Berechnungsmethode für Juli 2005 eine Arbeitslosenquote von 5,1% aus. Damit liegt sie nach der Datenrevision nach Irland (4,3%; Juli 2005), Großbritannien (4,7% im Mai 2005), Dänemark (4,8%; Juni 2005) sowie den Niederlanden (4,8%; Juli 2005) an fünfter Stelle in der Europäischen Union. Die Arbeitslosenquote der EU-25 beträgt 8,8% (Juni 2005) und liegt damit weiterhin deutlich über dem österreichischen Wert. Der Jahresdurchschnittswert 2004 für Österreich beläuft sich nach der neuen Berechnungsmethode auf 4,8%.

Offene Stellen

Der positive Trend bei der Entwicklung der offenen Stellen hält weiter an: Ende August 2005 liegt die Zahl der beim Arbeitsmarktservice gemeldeten offenen Stellen mit einem Bestand von 28.749 um +12,4% (+3.172) über dem vergleichbaren Wert des Vorjahres. Deutliche Zuwächse verzeichnen vor allem die unternehmensbezogenen Dienstleistungen (+31,3%; +2.328), der Handel (+18,4%; +590), die sonstigen Dienstleistungen (+38,3%; +429) und das Kredit- und Versicherungswesen (+38,8%; +201).

Verweildauer um fünf Tage kürzer

Die durchschnittliche Dauer einer Arbeitslosigkeitsepisode lag Ende August 2005 bei 112 Tagen, das sind fünf Tage weniger als im August 2004.

Langzeitarbeitslosigkeit deutlich zurückgegangen

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen mit einer Vormerkdauer über einem Jahr ist Ende August 2005 gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres mit -9.176 bzw. -46,6% auf 10.516 kräftig zurückgegangen.

Entwicklung in den Bundesländern

Ende August 2005 ist die Arbeitslosigkeit in allen Bundesländern durchwegs angestiegen. Die stärkste - relative - Zunahme verzeichnet Vorarlberg (+15,1%; +1.209) gefolgt von Tirol (+12,3%; +1.315), Oberösterreich (+10,3%; +2.288), Kärnten (+10,0%; +1.152), der Steiermark (+7,7%, +2.071), Burgenland (+6,5%; +397), Niederösterreich (+5,9%; +2.126), Salzburg (+3,6%; +310) und Wien (+2,2%; +1.695).

Jugendliche

Die Jugendarbeitslosigkeit hat im August 2005 um +12,4% (+4.245) gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres zugenommen. In der Altersgruppe der bis 19-Jährigen ist die Arbeitslosigkeit mit +9,8% (+921 auf 10.330) schwächer angestiegen als bei den 20- bis 24-Jährigen (+13,4% bzw. +3.324 auf 28.180).

Die internationale Jugendarbeitslosenquote (15 bis 24 Jahre) liegt mit 10,1% (Juli 2005) nach wie vor deutlich unter dem europäischen Durchschnitt (EU-25) von 18,4% im Juni 2005. Österreich liegt damit nach Irland, Niederlande und Dänemark weiterhin an vierter Stelle in Europa.

Lehrstellenmarkt

Die Zahl der Lehrstellen Suchenden hat im August zugenommen (+2.020 bzw. +22,7% auf 10.916). Bei den gemeldeten offenen Lehrstellen ist mit +256 bzw. +8,7% auf 3.182 eine leichte Zunahme zu verzeichnen. Im Auftrag des Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit werden bis zu 7.800 Ausbildungsplätze für Jugendliche, die keinen entsprechenden Lehrplatz bzw. Arbeitsplatz finden, zur Verfügung gestellt.

Entwicklung der Altersarbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit der über 49-Jährigen ist mit 39.865 im Vergleich zum August 2004 leicht angestiegen (+277; +0,7%). Wie in den Vormonaten ist dabei die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 50-bis 54-Jährigen (+885 oder +4,7%) gestiegen, während sie bei den 55-bis 59-Jährigen (-135 oder -0,8%) erneut gesunken ist. Rückgängig ist weiterhin auch die Arbeitslosigkeit bei den über 59-Jährigen (-473 bzw. -9,9%).

Entwicklung nach Branchen

Die Zahl der vorgemerkten Personen ist in der Öffentlichen Verwaltung (-103; -1,5%) leicht rückläufig. Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit ist insbesondere im Tourismus (+2.181; +8,5%), im Handel (+1.745; +4,4%), bei den unternehmensbezogenen Dienstleistungen (+1.563; +8,6%), in der Sachgütererzeugung (+1.337; +3,6%), bei den sonstigen Dienstleistungen (+1.188; +9,1%), im Verkehrs- und Nachrichtenwesen (+697; +7,6%) und im Gesundheits- und Sozialwesen (+536; +7,1%) zu verzeichnen.

Arbeitslosigkeit nach Ausbildungskategorien

Auch Ende August 2005 ist bei den vorgemerkten Arbeitslosen mit höherer Schulbildung (+4,3%; +928) sowie Lehrausbildung (+3,0%; +2.089) ein unterdurchschnittlicher und mit mittlerer schulischer Ausbildung (+5,4%; +760) ein annähernd durchschnittlicher Anstieg zu konstatieren.

Stärker ausgeprägte Zuwächse an Arbeitslosigkeit gibt es dagegen bei der Gruppe mit akademischer Ausbildung (+6,6%; +666) sowie bei Personen ohne abgeschlossene Schulbildung (+15,2%; +1.485) und mit Pflichtschulabschluss (+7,9%; +6.403).

Anteilsmäßig entfallen rund 79% des Bestandes aller Arbeitslosen auf Personen ohne abgeschlossene Schule sowie Personen mit Pflichtschulabschluss oder Lehrabschluss.

Schulungen und Förderungen des Arbeitsmarktservice

Ende August 2005 liegt die Zahl der Personen in Schulungen mit 40.616 um +2.564 bzw. +6,7% über dem Vorjahresniveau. Differenziert nach Altersgruppen nehmen die Schulungsaktivitäten für unter 20Jährige, 25- bis 29-Jährige sowie für Personen über 39 Jahre kräftig zu.

Die Schulungsteilnehmer/innen rekrutieren sich schwerpunktmäßig aus den Berufsgruppen Büroberufe (7.052), Handel (5.717), den Metall-/Elektroberufen (5.509) und den Hilfsberufen (4.914). Aus diesen Berufsgruppen kommen rund 57% aller in Schulung befindlichen Personen.

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