Preineder: Stromkunden sollen vom günstigen Ökostrom profitieren

Börse-Strompreis derzeit höher als Ökostrom-Verrechnungspreis

Wien (AIZ) - "Der Marktpreis für Strom aus Öl, Gas oder Kohle hat sich seit 2003 nahezu verdoppelt und die gesetzlich fixierten Kosten für Ökostrom bereits überschritten. So beträgt der aktuelle Marktpreis für Strom 4,785 Cent pro Kilowattstunde (kWh), während Ökostrom bereits für 4,5 Cent verfügbar ist. Dies bedeutet, dass Österreichs Stromkunden derzeit unnötig zur Kassa gebeten werden, während Stromhändler vom günstigen Ökostrom profitieren. Durch die längst überfällige Novelle des Ökostromgesetzes könnte dieser unbefriedigende Zustand aber rasch beseitigt werden", stellte Martin Preineder, Obmann des Energie-Ausschusses der Landwirtschaftskammer Österreich, fest.

Der Verrechnungspreis für den Stromhändler (Energieversorgungsunternehmen) ist im geltenden Ökostromgesetz mit 4,5 Cent pro kWh fixiert, unabhängig vom aktuellen Börsepreis. Während der Börsepreis im Jahr 2003 noch 2,3 Cent pro kWh betrug, bedeutet es nun, dass der Stromhändler in Zeiten hoher Strompreise vom Ökostrom profitiert. "Die gesetzlich fixierten 4,5 Cent pro kWh Ökostrom sind in Zeiten hoher Strompreise im Grunde eine Subvention an die Stromhändler, weil der Börsepreis, zu dem der Händler jederzeit verkaufen kann, bereits höher ist als der Verrechnungspreis für den Ökostrom und die Tendenz des Marktpreises weiter steigend ist", kritisierte Preineder.

2004 wurden in Österreich 5.349 GW pro h ins Stromnetz eingespeist. Die Differenz vom Marktpreis zum Ökostrom-Verrechnungspreis ergibt eine Mehrbelastung der Stromendverbraucher von rund EUR 15 Mio. pro Jahr. Jeder Tag, an dem der Verrechnungspreis nicht auf ein erforderliches Mindestmaß -zumindest 5,5 Cent pro kWh - angehoben werde, koste den Stromendverbraucher rund EUR 41.000,-, rechnet Preineder vor. "Diese unbefriedigende Situation für Konsumenten und Ökostrombetreiber zeigt, wie notwendig die Novelle des Ökostromgesetzes ist", stellte Preineder fest.
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