GPA-Stein: "Corporate Social Responsibility" darf kein Marketing-Gag von Unternehmen sein.

Diskussion beim Forum Alpbach

Wien (GPA/ÖGB) - "Unmoralische Ausbeutung menschlicher und natürlicher Ressourcen hat multinationale Unternehmen und deren Manager in Verruf gebracht. Diese öffentliche Kritik veranlasst zunehmend Unternehmen und Wirtschaftsverbände dazu, "ihren guten Ruf" durch CSR-Konzepte zu sichern", erklärte die Bundesgeschäftsführerin der Gewerkschaft der Privatangestellten, Dwora Stein, am Donnerstag beim Forum Alpbach in einer Diskussion zum Thema "CSR und Zivilgesellschaft".++++

Doch viele Unternehmen, die sich als sozial verantwortlich bezeichnen, verdienen diese Bezeichnung nicht. CSR-Konzepte werden immer wieder missbraucht, um gesetzliche Bestimmungen zu umgehen und zu ignorieren, wie z.B. die demokratische Mitbestimmung von ArbeitnehmerInnen. "Das Motto: "wir sind ohnehin so sozial und brauchen weder einen Betriebsrat noch Betriebsvereinbarungen", kritisiert Dwora Stein dieses neoliberale Verhalten von Unternehmen.

"Corporate Social Responsibility bedeutet für uns jedoch, dass wirtschaftliche, soziale und ökologische Zielsetzungen gleichrangig gewichtet sind, auch wenn dies auf Kosten der Rentabilität geht. So gehört z.B. zum sozial verantwortlichen Agieren, nicht am Kostenwettlauf nach unten mitzumachen, z.B. durch atypische Beschäftigungsverhältnisse oder durch Personalabbau bei gleichzeitigen Unternehmens-gewinnen", hebt Dwora Stein den Nutzen von CSR-Konzepten hervor.

Aktionäre investieren und riskieren in einem Unternehmen nur Geld - ArbeitnehmerInnen dagegen einen großen Teil ihres Lebens. Unternehmen sind deshalb nicht nur ihrer wirtschaftlichen Zielsetzung verpflichtet, sondern sind auch gesellschaftspolitische und moralische Organisationen. "Ohne wirkliche Partnerschaft und Gleichberechtigung bei den Entscheidungen, ohne wirtschaftliche Kontrolle, ohne Berücksichtigung des Umfeldes und der Menschen im Betrieb erfüllen Unternehmen ihren Zweck für die Gemeinschaft und die MarktteilnehmerInnen nicht", so Dwora Stein abschließend.

ÖGB, 2. September
2005
Nr. 510

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