LAINZ-SKANDAL JAHRESTAG: NOCH IMMER "STRUKTURELLE GEWALT"

VP-Obmann Hahn zum Geriatriezentrum Lainz: "Dort herrscht wahre soziale Kälte"

Wien (OTS) - In den Pflegeheimen der Stadt Wien herrschten noch immer unzumutbare Zustände, die der Wiener Pflegeombudsmann Werner Vogt vor kurzem als "strukturelle Gewalt" bezeichnet habe. Es dauere offensichtlich Jahre, bis "zugesagte Reformmaßnahmen umgesetzt werden", betont der Landesparteiobmann der ÖVP Wien Stadtrat Johannes Hahn in einer Stellungnahme zum 2. Jahrestag des Lainz-Skandals.

Trotz Untersuchungsausschuss, Ablösung von Gesundheitsstadträtin Elisabeth Pittermann und sehr kritischen Ergebnissen einer Untersuchungskommission sowie eines Kontrollamtsberichtes über die Gesundheits- und Sozialzentren komme der zuständige Ombudsmann zu schlimmen Ergebnissen.

Der Wiener Bürgermeister, der oft und wortreich die angebliche "soziale Kälte" auf Bundesebene beschwört, sei augenscheinlich nicht willens oder nicht in der Lage, die Betreuungssituation in Lainz nachhaltig zu verbessern. Wenn es Fälle gibt, wo Pfleglinge ein Jahr lang nicht aus dem Zimmer gekommen seien, dann ist das eine Prolongation des Lainz-Skandals, unterstreicht Hahn. Auch die Zusage von Bürgermeister Häupl vom Mai 2004, man werde die Institution eines Pflegeombudsmannes auf eine gesetzliche Grundlage stellen, sei nicht eingehalten worden. "Das zeigt, dass Bürgermeister Häupl und Gesundheitsstadträtin Brauner vor lauter Selbstinszenierung und Eigenmarketing nicht dazu kommen, sich einem der wichtigsten Sozialprobleme unserer Gesellschaft zu widmen", so Hahn.

"Die ÖVP Wien fordert seit langem die Pflegeeinrichtungen der Stadt nach dem Motto "Altern in Würde" zu organisieren und sie auch mit den entsprechenden personellen Ressourcen auszustatten", betont Hahn. Es sei erklärtes Ziel der ÖVP Wien, die Betreuung alter Menschen so lange wie möglich im häuslichen Umfeld - flankiert von entsprechenden Hilfestellungen für die Angehörigen - zu ermöglichen.
Wenn dies jedoch aus medizinischen Gründen nicht mehr realisiert werden könne, da seien Geriatriezentren "mit menschlichem Antlitz" notwendig. Keineswegs jedoch als "Wartesäle auf das Sterben", wie das in einem 6-Bett-Zimmer mit der radikalen Kappung individueller sozialer Kontakte und der Wahrnehmung der Außenwelt geschehe.

Johannes Hahn setzt sich vehement für die rechtliche Institutionalisierung des Pflegeombudsmannes und für eine rasche Sanierung der von ihm aufgezeigten Missstände ein. "Ein weiteres Verstecken von menschlichem Leid und Alterseinsamkeit vor der Fassade einer auf Fun und Events konzentrierten Stadtpolitik Marke Häupl kann und darf es nicht mehr geben", so der VP-Spitzenkandidat. Die ÖVP Wien werde auch in der kommenden Funktionsperiode des Gemeinderates darauf drängen, dass die Bestimmungen des österreichischen Heimaufenthaltsgesetzes, das seit Juli dieses Jahres in Kraft ist, auch in den geriatrischen Zentren der Stadt Wien penibel eingehalten werden.

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