GLOBAL 2000: Vorwürfe gegen Zellstoff-Projekt auf Borneo weiten sich aus

GLOBAL 2000 reicht Beschwerde gegen Andritz AG bei der Finanzmarktaufsicht ein - Andritz-Dementi verstößt möglicherweise schwerwiegend gegen Börserecht

Wien (OTS) - Die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 legt im Fall "Zellstoff-Projekt-Borneo" eine Beschwerde bei der Finanzmarktaufsicht in Wien gegen das Grazer Maschinenbauunternehmen Andritz AG ein. GLOBAL 2000 lehnt das Projekt scharf ab, da es zur weiteren Zerstörung der letzten Regenwälder Indonesiens beitragen würde. Es besteht der begründete Verdacht, dass Andritz AG seinen "Ad hoc"-Pflichten der Börseinformation nicht nachgekommen ist. Die Andritz AG leugnet ihre Beteiligung am zerstörerischen Zellstoff-Projekt in Indonesien. Die Auftraggeber-Firma United Fiber System (UFS) hingegen behauptet, schon im Jahr 2004 einen Vertrag mit Andritz AG über die Lieferung von Maschinen im Umfang von mehr als 250 Millionen Dollar abgeschlossen zu haben. "Hier besteht massiver Aufklärungsbedarf. Es ist nun Sache der Finanzmarktaufsicht, die Wahrheit herauszufinden", so Daniel Hausknost, Regenwaldsprecher von GLOBAL 2000.

In mehreren Geschäftsberichten der in Singapur börsenotierten Firma UFS findet sich die eindeutige Formulierung, dass der Vertrag zwischen Andritz AG und UFS bereits in Kraft ist. Nach geltendem Börserecht müsste die Andritz AG in beiden möglichen Szenarien die Öffentlichkeit informieren: Wenn Andritz tatsächlich einen Liefervertrag mit UFS in dieser Höhe abgeschlossen hätte, wäre dies veröffentlichungspflichtig. Auch im Fall einer Falschmeldung durch die Firma UFS wäre die Andritz AG verpflichtet, gegen die Verbreitung dieser falschen Tatsachen vehement vorzugehen. Die Andritz AG hatte nach der Aufdeckung des Auftrags durch GLOBAL 2000 die Existenz eines bestehenden Auftrags dementiert.

Das UFS-Milliardenprojekt soll 600.000 Tonnen gebleichten Zellstoff pro Jahr produzieren und verschlingt dafür drei Millionen Kubikmeter Holz jährlich. UFS behauptet zwar, den Bedarf durch Plantagenholz decken zu können. Doch unabhängige Studien haben ergeben, dass in der Region dafür nicht genügend Plantagenflächen zur Verfügung stehen. Hausknost: "Nach Berechnungen von GLOBAL 2000 fehlen zur langfristigen Versorgung der Zellstoffabrik mit Plantagenholz 133.000 Hektar Anbaufläche. Dieses Defizit muss durch die Anlage neuer Plantagen in Regenwaldgebieten abgedeckt werden. Neue Plantagen bedeuten jedoch neue Rodungen der letzten Primärwälder in Indonesien. Allein innerhalb der bestehenden Konzessionsgebiete sind 113.000 Hektar Urwald akut durch das Projekt bedroht."

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