Neues Volksblatt: "Law & Order" (von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 2. September 2005

Linz (OTS) - Beide wollen das Gleiche, aber nicht dasselbe.
Die Rede ist von den Justizsprechern von ÖVP und SPÖ, Maria Fekter und Hannes Jarolim, die sich beide für mehr bedingte vorzeitige Entlassungen aus der Haft aussprechen, verbunden mit verpflichtenden Begleitmaßnahmen.
Der große Unterschied zwischen Fekter und Jarolim besteht darin, dass die ÖVP-Politikerin jede vorzeitige Entlassung geprüft haben will, schließlich haben sich die Richter bei der Bemessung der Strafe etwas gedacht, während der SPÖ-Politiker die vorzeitige Entlassung zum Regelfall machen will; nur noch spezielle Straftäter sollen ihre Haft bis zum Ende absitzen.
Weil Fekter da nicht mittut und das Thema Strafvollzug nicht nach dem Motto "die Richter sperren ein, die Politiker lassen aus" diskutieren will, drischt Jarolim verbal auf seine Kollegin ein, unterstellt ihr Unkenntnis und wirft ihr eine "Law-&-Order-Mentalität" vor, was bei der SPÖ offensichtlich ein ganz schlimmer Vorwurf ist.
Andere haben mit Law and Order, mit Gesetz und Ordnung, weniger Probleme. Die Normalbürger nämlich, die sich nichts zu Schulden kommen lassen - und die gilt es in erster Linie zu schützen!

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