Mitterlehner: Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen statt Regulierungsflut

"Corporate Social Responsibility" führt zu nachhaltigen Innovationsprozessen - Freiwilligkeit als Voraussetzung für Funktionieren des CSR-Konzeptes

Wien (PWK650) - Der gesellschaftlichen Verantwortung von
Unternehmen kommt in Zeiten der Globalisierung, die von Teilen der Bevölkerung als nicht beeinflussbar und bedrohlich empfunden wird, eine besondere Bedeutung zu. Diese "Corporate Social Responsibility" (CSR) bedeutet, dass Unternehmen neben den ökonomischen auch ökologische und soziale Ziele im Auge behalten. "Sie betreiben gesellschaftliche Verantwortung proaktiv und aus Überzeugung, nicht aufgrund eines Zwangs. Und sie haben letztlich auch einen ökonomischen Nutzen davon", erklärte der stv. Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich, Reinhold Mitterlehner, am Donnerstag in Alpbach in einer Diskussion zum Thema "Globale, nationale oder Selbstregulierung: Wer oder was ersetzt den Nationalstaat?".

Die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen ist auch, so Mitterlehner weiter, ein umfassender Innovationsprozess, von dem alle Seiten profitieren. Zahlreiche Beispiele aus der Praxis belegen die Kreativität der Unternehmen bei der Umsetzung von Modellen gesellschaftlicher Verantwortung. Voraussetzung für diese Innovationen ist allerdings die Freiwilligkeit von CSR. Überall dort, wo CSR in allen Details vorgeschrieben wird, geht die Kreativität und das Innovationspotenzial verloren. Das Unternehmen trachtet dann eher danach nur die Mindeststandards zu erfüllen. "Innovationsprozesse finden so nicht statt", gibt Mitterlehner zu bedenken.

So sei es auch kontraproduktiv, wenn Förderungswerber als Voraussetzung nachweislich ein CSR-Konzept umgesetzt haben müssen, um in den Genuss von Förderungen zu kommen. Einerseits belastet dies gerade die kleineren Unternehmen mit neuer Bürokratie, andererseits wird kreatives oder verantwortliches Handeln im Keim erstickt.

An die Stelle von oder ergänzend zu gesetzlichen Vorschriften kann durchaus die Selbstregulierung treten, meinte Mitterlehner. Es gibt viele Beispiele, dass diese dieselben oder ähnliche Effekte erzielen kann. In Zeiten, in denen sowohl Unternehmer als auch Konsumenten über zu viel Regulierung klagen (aktuelles Beispiel:
Strahlenschutzrichtlinie der EU), ist Corporate Social Responsibility als freiwilliger Managementansatz eine interessante Antwort. "Wo sich CSR als Unternehmerverhalten manifestiert, wird langfristig die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes gefestigt". Dies ist, so Mitterlehner abschließend, auch Bestandteil des Leitbilds der Wirtschaftskammer Österreich für die gerade angelaufene Funktionsperiode. (hp)

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