ORS bewirbt sich um Lizenz für digital-terrestrisches Fernsehen in Österreich

Start von DVB-T in den Landeshauptstädten Ende 2006 möglich

Wien (OTS) - Fristgerecht hat die Österreichisch Rundfunksender GmbH & Co KG (ORS) heute ihre Bewerbung um die Zulassung zu Errichtung und Betrieb einer bundesweiten terrestrischen Multiplex-Plattform bei der Kommunikationsbehörde Austria (KommAustria) eingebracht. Ambitioniertes Ziel der ORS ist es, bereits Ende 2006 digitales terrestrisches Fernsehen (DVB-T) in Österreichs Landeshauptstädten auszustrahlen und bis Ende 2008 bereits 90 Prozent der Bevölkerung mit DVB-T-Signalen zu erreichen. Bis Ende 2010 strebt die ORS eine Ausweitung der ersten DVB-T-Bedeckung auf 95 Prozent Reichweite an.

DVB-T: Programmvielfalt in erstklassiger Qualität mit neuartigen Zusatzdiensten - einfach "aus der Luft gegriffen"

Schon Anfang 2007 könnten siebzig Prozent der Bevölkerung sechs TV-Programme "aus der Luft greifen". Das Konzept der ORS sieht einen zügigen Ausbau der Versorgung mit DVB-T-Signalen vor. So soll die erste Bedeckung - diese enthält ORF 1, ORF 2 sowie ATVplus - noch im Jahr 2006 eine Reichweite von 70 Prozent der österreichischen Haushalte erreichen und binnen kurzer Zeit auf 77 Prozent (Februar 2007) bzw. 90 Prozent (Dezember 2008) erweitert werden. Einen De-facto-Vollausbau der ersten Bedeckung (95 Prozent) strebt die ORS für Ende 2010 an. Infodienste und eine elektronische Programmzeitschrift auf Basis von MHP (Multimedia Home Platform) runden das Angebot der ersten Bedeckung ab. Die Ausstrahlung der zweiten DVB-T-Bedeckung - sie wird neben nationalen und regionalen TV-Programmen auch mobiles Fernsehen im DVB-H-Standard beinhalten -könnte zeitgleich in den österreichischen Ballungsräumen starten. Dafür ist von der ORS eine technische Reichweite von rund 70 Prozent geplant.

Rasche Umstellung, Förderung für Endgeräte

Für eine erfolgreiche Einführung von digitalem Fernsehen setzt die ORS auf eine enge Zusammenarbeit mit Programmanbietern, Herstellern und Händlern. Die ORS regt in ihrer Bewerbung ein Förderkonzept für DVB-T-Empfangsgeräte an, das auch sozial bedürftigen Haushalten einen mühelosen Umstieg in das digitale TV-Zeitalter ermöglichen und "Frühumsteiger" durch attraktive Angebote belohnen soll. Die Bewerbung der ORS sieht dafür die Schaffung einer eigenen Förder-GmbH" vor, in der die Maßnahmen aller Beteiligten zur Einführung von DVB-T koordiniert werden. Weiters wird die ORS eigene finanzielle Mittel zur Umsetzung eines umfassenden Kommunikationskonzepts bereitstellen.

Für das Geschäftsführungsduo der ORS, Ing. Karl Fischer und Mag. Michael Wagenhofer, stellt die Einführung von DVB-T einen Meilenstein in der Geschichte des Fernsehens in Österreich dar. Wagenhofer hebt dabei den konsumentenorientierten Ansatz der ORS-Bewerbung hervor:
"Die ORS ist für die Einführung von DVB-T optimal vorbereitet und hat ein Bewerbungskonzept eingereicht, mit dem eine erfolgreiche und nutzerfreundliche Einführung von DVB-T sichergestellt ist." Fischer betont das Know-how der ORS in Sachen Sendetechnik: "Mit dem profunden technischen Wissen und der Erfahrung der ORS-Mitarbeiter können wir eine zügige und professionelle Umstellung auf digitales Fernsehen in Österreich ermöglichen."

DVB-T, DVB-H, MHP, Multiplexer und Co.

Digitales terrestrisches Fernsehen (DVB-T) erlaubt die Ausstrahlung mehrerer TV-Programme sowie von Zusatzinformationen über einen TV-Kanal. In vielen Fällen ist für den Empfang keine Hausantenne mehr erforderlich. Auch die Bild- und Tonqualität ist gegenüber dem herkömmlichen Fernsehen besser, verrauschte Bilder und "Schneefall am Bildschirm" gehören der Vergangenheit an. Für den Empfang von DVB-T ist kein neues TV-Gerät erforderlich, sondern lediglich ein Zusatzempfänger (Set-Top-Box), der an den vorhandenen Fernseher angeschlossen wird.
Für den Empfang mit mobilen Empfangsgeräten wurde der stromsparende Standard DVB-H (Handheld) entwickelt. Die ORS beabsichtigt, fünf TV-Programme im DVB-H-Format im Rahmen der zweiten terrestrischen Bedeckung auszustrahlen.
MHP (Multimedia Home Platform) ist ein Standard für interaktive Zusatzdienste am TV-Schirm. MHP erlaubt z. B. elektronische Programmzeitschriften (EPG) sowie einen Teletext-ähnlichen Informationsdienst, ergänzt um Bilder und Grafiken.
Der Multiplexer ist jene technische Einrichtung, in der die unterschiedlichen Programmangebote zusammengefasst und in einen Datenstrom gebündelt werden. Dieser Datenstrom wird über ein Sendernetz ausgestrahlt. Die KommAustria hat im Mai 2005 zwei Bedeckungen für die Ausstrahlung von digitalem terrestrischen Fernsehen ausgeschrieben. Zumindest eine dieser Bedeckungen hat eine flächendeckende TV-Versorgung von Österreich zu gewährleisten.

Über die ORS

Die ORS wurde Ende 2004 als Tochterunternehmen des ORF gegründet und hat Anfang 2005 ihren operativen Betrieb als Sendernetzbetreiber aufgenommen. Im Juli 2005 wurden 40 Prozent der Anteile an der ORS -vorbehaltlich der fusionskontrollrechtlichen Zustimmung - durch die Medicur Holding GmbH erworben. Die ORS betreibt für den ORF und private Medienstationen ein weitläufiges Sendernetz an 477 Standorten. Weiters ist die ORS als technisches Dienstleistungsunternehmen im Bereich digitales Satellitenfernsehen tätig.

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