redmail: Österreich hat erstes privates Postamt

Grundversorgung auch durch private Postanbieter möglich weitere Postämter durch rasche Liberalisierung aktueller Entwurf zum Postgesetz schafft "privates Monopol" Wien/Dellach (OTS) - Als erster privater Postanbieter hat redmail am Donnerstag, dem 1. September 2005, ein Postamt eröffnet. Das neue Postamt in Dellach im Gailtal (Kärnten) nahm seinen Betrieb am Tag vor der Schließung des Standortes der Post AG auf. redmail-Geschäftsführer Kurt Schügerl begründet den Expansionsschritt mit dem Ruf nach einer raschen Post-Liberalisierung: "Das Modell Dellach zeigt, dass private Anbieter wie redmail auch in kleinen Orten die Grundversorgung sicherstellen können. Je schneller liberalisiert wird, desto weniger Versorgungsengpässe wird es bei den Postämtern und in der ländlichen Versorgung geben."

Nachdem die Post AG die Schließung in Dellach bekannt gegeben hatte, reagierte redmail auf die Anfrage des Bürgermeisters Christoph Zerza rasch und erteilte die Zusage für das erste Postamt eines privaten Postdienstleisters.

Profitable Postämter auch in kleinen Gemeinden

Das Postamt in Dellach ist für redmail ein wirtschaftliches Modellprojekt. Im Gegensatz zur Post AG kalkuliert redmail nicht jedes einzelne Postamt, sondern die wirtschaftliche Leistung des Unternehmens in der gesamten Region. Laut Schügerl ist das nicht nur wirtschaftlich sinnvoller, sondern es ermöglicht auch eine sichere Grundversorgung der Bevölkerung. Schügerl: "Leider können wir noch nicht das volle Leistungsspektrum eines Postamts anbieten, wie z.B. Nachnahmesendungen oder RSb- und RSa-Briefe, da die rechtlichen Voraussetzungen dafür fehlen. Sobald uns die volle Palette zur Verfügung steht, werden dem ersten Postamt sicher weitere folgen."

Private können für Post AG einspringen

Für mehr Rechte der privaten Anbieter machte sich auch redmail-Geschäftsführer Bernd Kirisits anlässlich der Eröffnung in Dellach stark: "Wir können und wollen in Österreich investieren und eine Komplettversorgung im ländlichen Bereich durchführen. Dafür brauchen wir aber entsprechende Voraussetzungen. Diese Voraussetzungen sind, dass im ländlichen Raum, wo die Post AG die Grundversorgung nicht mehr sicherstellt, ein privater Postdienstleister, der in diese Leistung eintritt auch die derzeit für die Post AG reservierten Dienste übernehmen darf. Gleichzeitig müsste es der Post untersagt werden, einen reservierten Dienst durchzuführen - das Rosinenpicken der Post AG muss aufhören. Letztlich würde das nicht nur der Bevölkerung und den Gemeinden nützen, sondern auch der Post AG, weil dann die Kritik an Schließungen nicht mehr so hart ausfallen würde."

Gefahr eines "privaten Monopols"

Der von vielen Seiten kritisierte aktuelle Entwurf zum Postgesetz stößt auch bei redmail auf wenig Gegenliebe. Kirisits: "Der Gesetzesentwurf stärkt die Monopolstellung der Post AG. Im nächsten Jahr soll die Post privatisiert werden. Es besteht die realistische Gefahr, dass dann ein ¹privater Monopolist¹ den Markt in Österreich beherrscht. Das ist weder im Sinne der Wirtschaft noch im Sinne der Konsumenten. Ein liberalisierter Postmarkt wird mit diesem Postgesetzentwurf auf lange Zeit unmöglich."

Der aktuelle Gesetzesentwurf verhindert, dass private Postdienstanbieter ihren Kunden in Österreich neue und billigere Services anbieten können, die in anderen Ländern längst üblich sind. redmail hofft daher darauf, dass die von der Wirtschaft vorgebrachten Argumente von den politischen Entscheidungsträgern ernst genommen werden und es zu entsprechenden Änderungen des Gesetzesentwurfes kommt.

redmail, Österreichs führender privater Postanbieter, setzte 2004 mit 450 Beschäftigten und 4.500 Zustellern über 50 Mio. Euro um. Das Unternehmen ist ein Joint Venture zwischen der Styria Media AG und der Niederländischen TPG Post. redmail war bisher vorwiegend für Geschäftskunden tätig. Das Kerngeschäft ist die Zeitungszustellung (Kleine Zeitung, Presse, Standard, Salzburger Nachrichten, Wiener Zeitung), die Verteilung von Prospekten und die Briefzustellung.

Allerdings gibt es hier gesetzliche Einschränkungen. Derzeit dürfen private Zusteller nur schwere Briefe über 100g zustellen. Im Jänner wird die Gewichtsgrenze auf 50g herabgesetzt. Im Zuge der Post-Liberalisierung plant redmail den Einstieg in den derzeit noch für die Post reservierten Bereich, z.B. Sendungen unter 100g. In Österreich deckt redmail bereits mehr als 70 Prozent der Haushalte ab, in Kärnten, dem Bundesland mit dem ersten privaten Postamt, sind es bereits 97 Prozent.

Weitere Informationen zu redmail unter http://www.redmail.at

Downloads zur Aussendung:
Bilder ab ca. 13:00 Uhr abrufbar

1) redmail Stellungnahme zum Entwurf des neuen Postgesetzes http://www.theskillsgroup.com/redmail/Stellungnahme.pdf 2) Pressefoto: http://www.theskillsgroup.com/redmail/redmail_GF.jpg Bildtext: Die beiden redmail-Geschäftsführer Bernd Kirisits (li.) und Kurt Schügerl (re.) bringen private Postämter nach Österreich. 3) Pressefotos Dellach stehen ab ca. 13.00 Uhr zur Verfügung: http://www.theskillsgroup.com/redmail/dellach1.jpg und http://www.theskillsgroup.com/redmail/dellach2.jpg sowie unter http://www.theskillsgroup.com/redmail/fotos Bildtext: In Dellach im Gailtal wurde das erste private Postamt eröffnet.

Bild(er) zu dieser Meldung finden Sie im AOM/Original Bild Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Katrin Gmeiner, The Skills Group
gmeiner@skills.at, Tel.: 01/505 26 25 DW 65

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF0003