Greenpeace fordert Importverbot für Gentech-Raps

Rauch-Kallat und Pröll müssen heimische Landwirtschaft schützen.

Wien/Brüssel (OTS) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace übt scharfe Kritik an der gestrigen Importzulassung der gentechnisch veränderten Rapssorte GT73 des US-Agromultis Monsanto durch die EU-Kommission. Die Zulassung erfolgte gegen den Willen der Mehrheit der EU-Mitgliedsländer, nur sechs von 25 hatten im Dezember 2004 eine solche Zulassung befürwortet.

Die Zulassung erlaubt den Import und die Verwendung des Raps als Lebens- bzw. Futtermittel und gilt als äußerst problematisch. Die Europäische Umweltbehörde (EEA) hat den Gentech-Raps als Hochrisikopflanze bezüglich Kontamination eingestuft. In Großbritannien ist im Juli ein Fall von Auskreuzen (Artenvermischung) von unverändertem Raps mit der Gentech-Variante bekannt geworden.

"Rapspollen fliegen mehrere Kilometer weit und die Pflanze hat wild lebende Verwandte auch in Österreich", so Steffen Nichtenberger, Gentechnik-Sprecher von Greenpeace. "Der Import und die unkontrollierte Ausbreitung von Gentech-Raps wäre das Ende des Gentechnik-freien Rapsanbaus in Österreich. Gesundheitsministerin Rauch-Kallat und Umweltminister Pröll müssen umgehend handeln und für ein nationales Importverbot für den Gentech-Raps GT73 eintreten", fordert Nichtenberger.

Die Rapssorte GT 73 ist gegen das Totalherbizid Glyphosat resistent und wird derzeit vor allem in den USA und Kanada angebaut. Der Anbau von Gentech-Raps in Kanada hat dazu geführt, dass aufgrund hoher Verunreinigungen praktisch kein biologischer Raps mehr gepflanzt werden kann. Darüber hinaus bilden sich zunehmend "Superunkräuter", die mit immer mehr Chemie bekämpft werden müssen. In Japan haben Behörden Gentech-Verunreinigungen durch im Hafen verschüttete Rapssamen im Umkreis von 30 Kilometer festgestellt.

"Mit der Zulassung von GT73 ignoriert die EU-Kommission alle Warnsignale und setzt sich über die Mehrheit der Mitgliedsländer hinweg. Während die EU-Kommission vor dem US-Multi Monsanto auf die Knie fällt, muss Österreich standhaft bleiben und den Import von Gentech-Raps verbieten", so Nichtenberger abschließend.

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