Greenpeace: Klimawandel begünstigt die Intensität von Hurrikans

Greenpeace fordert mehr Klimaschutz bis 2020 und 2050

Wien/New Orleans. (OTS) - Greenpeace befürchtet durch den vom Menschen seit Beginn der industriellen Revolution mit verursachten Klimawandel einen weiteren Anstieg der Intensität von Hurrikans. Die immer genaueren Klimamodelle sagen für den tropischen Atlantik höhere Meerestemperaturen sowie mehr Feuchtigkeit und das Auftreten höherer Energie in der Atmosphäre voraus. All diese Faktoren begünstigen die Stärke von Hurrikans, wie sie New Orleans in diesen Tagen erlebt. Das sagen die Studien internationaler Klimaforscher. In den letzten drei Jahrzehnten hat die Stärke von Hurrikans signifikant zugenommen. Greenpeace betont aber auch, dass deswegen noch nicht mit Sicherheit eine Zunahme der Anzahl und Stärke von Hurrikans vorausgesagt werden kann. Die Zeitreihen sind zu kurz um hier einen eindeutigen Trend abzuleiten. "Statistische Gewissheit in dieser Frage kann die Wissenschaft nach ihren eigenen Angaben aber erst dann liefern, wenn es für eine Trendumkehr beim Klimawandel wahrscheinlich schon zu spät ist", fordert Greenpeace-Klimaexperte Erwin Mayer rasches und entschiedenes Handeln von der Politik. Greenpeace fordert eine Reduktion der globalen Treibhausgase um minus 30 Prozent bis 2020 und minus 80 Prozent bis 2050.

Im Rahmen der Temperaturzunahme um 2.2 Grad Celsius im Vergleich zu Beginn der Wetteraufzeichnungen sagen einige Klimamodelle eine Zunahme der oberflächennahen Winde um 3-7 Meter pro Sekunde voraus. Das bedeutet eine Zunahme von fünf bis elf Prozent. Auch der Radius der Hurrikans nimmt um zwei bis drei Prozent zu. Zugleich nimmt der Luftdruck um sieben bis 24 hPa (Hektopascal) ab, was wiederum die Zerstörungskraft der Hurrikans erhöht. Der Niederschlag, der in den Hurrikans fällt, kann so um bis zu 28 Prozent zunehmen. Bei der Interpretation historischer Daten kann man erkennen, dass die durchschnittliche Spitzengeschwindigkeit der Hurrikans um 1850 180 km/h betrug, 2004 hingegen bereits 250 km/h.

Hurrikans oder tropische Zyklone entstehen, wenn große Flächen der Meeresoberfläche mehr als 27 Grad Celsius aufweisen, darüber kalte Luftschichten liegen und die Windscherenkräfte gering sind. Es gibt eine starke Relation zwischen der Zunahme der Meeresoberflächentemperatur und der Intensität von Hurrikans in der Karibik. Da die Klimawissenschaft aber noch nicht weiß wie sich die anderen Faktoren, die zur Entstehung von Hurrikans notwendig sind, entwickeln werden, ist eine eindeutige Aussage über die zukünftige Entwicklung der Hurrikans noch nicht möglich. Andererseits ist die eindeutige Zunahme der Oberflächentemperatur und eine erhöhte Feuchtigkeit in den Tropen Anlass genug zu berechtigter Sorge. Der Einfluss der vom Menschen verursachten CO2-Emissionen auf den Klimawandel und in Folge auf den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur ist hingegen in der Klimawissenschaft sehr gut abgesichert. "Viele Wetterereignisse und Katastrophen liegen zwar noch im natürlichen Schwankungsbereich. Dennoch sollten die Überflutungen und Dürren in Europa und die verstärkt und häufiger auftretenden Hurrikans und Taifune im Atlantik und Pazifik die Politik endlich dazu verlassen gemäß dem Vorsorgeprinzip die Treibhausgase endlich zu reduzieren", betont Mayer.

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Mag. Erwin Mayer, Klima-Experte Greenpeace, tel. 0664-2700441.
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