ÖAMTC warnt: Abgelenkte Autofahrer riskieren juristisches Nachspiel

Schon das Bücken nach einer Zigarette kann kostspielig werden

Wien (OTS) - Nebentätigkeiten beim Autofahren ziehen die Aufmerksamkeit vom Straßenverkehr ab und werden nach wie vor als Unfallursache unterschätzt. Dabei können kleine Unachtsamkeiten schwere Unfälle zur Folge haben. "Rechtlich gesehen, sind alle Nebentätigkeiten am Steuer verboten, die den Lenker in seiner Aufmerksamkeit beeinträchtigen", sagt ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer. Für das Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung ist ein Organmandat von 25 Euro an Ort und Stelle zu bezahlen. Weigert man sich, kommt es zu einer Anzeige, dann kostet es bis zu 72 Euro. "Bei allen anderen 'Nebentätigkeiten', wie z.B. Rauchen oder Zeitung lesen, muss die Exekutive erst beweisen, dass es tatsächlich eine Irritation des Lenkers gegeben hat", erklärt der ÖAMTC-Experte.

So geschehen bei einem Autofahrer, für den "der blaue Dunst" schon ein gerichtliches Nachspiel hatte. Rauchen gehört zu einer häufigen Nebentätigkeit beim Fahren. Zigarette aus der Packung nehmen, anzünden, halten, Asche abstreifen - das sind Aktionen, die eine unsichere Lenkradführung zur Folge haben. "Richtig gefährlich wird es, wenn eine Zigarette im Auto herunterfällt, der Fahrer in Panik gerät und sich bückt", warnt Hoffer. Genau das ist einem Lenker passiert, der daraufhin einen Verkehrsunfall verursacht hat. Die Kaskoversicherung hat die Leistung abgelehnt und sich auf grobe Fahrlässigkeit des Lenkers berufen. "Die Versicherung wird leistungsfrei, der Fahrzeugbesitzer muss seinen Schaden selbst bezahlen", erläutert der ÖAMTC-Jurist die Rechtsfolgen.

Aber es muss nicht erst zu einem Unfall kommen, damit Ablenkungen am Steuer rechtliche Folgen haben. Auch andere Überschreitungen von Verkehrsregeln, die auf ablenkende Nebentätigkeiten zurückzuführen sind, werden geahndet. Etwa, wenn der Lenker aufgrund einer Ablenkung seine Fahrspur ändert ohne zu blinken, drängelt, Kurven schneidet oder eine Vorrangverletzung begeht. Auch grundlos langsames Fahren, weil der Lenker z.B. mit dem Radio, einem Fernseher oder dem Navigationssystem beschäftigt ist, ist ein solches Vergehen. Dasselbe gilt für das Telefonieren mit Freisprecheinrichtung. "Auch sie garantiert nicht automatisch Straffreiheit", berichtet Hoffer. "Wird man offenkundig durch das Gespräch abgelenkt und begeht einen Fahrfehler, drohen Verwaltungsstrafen bis 726 Euro."

"Jeder einzelne muss so vernünftig sein, ablenkende Tätigkeiten hinter dem Steuer in seinem eigenen Interesse zu unterlassen", appelliert der ÖAMTC-Experte an die Vernunft der Autofahrer. "Das gilt für die Rauchpause genauso wie für das Zeitung lesen, das Einlegen einer CD und das Senden einer SMS."

Informationen zur ÖAMTC-Umfrage "Ablenkungen am Steuer" findet man auf der Homepage des Clubs unter http://www.oeamtc.at/.

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ÖAMTC-Pressestelle/Claudia Kesche

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