ÖAMTC-Umfrage: Wenn Ablenkungen am Steuer zur tödlichen Gefahr werden (+Audio, +prof. Videotape)

68 Prozent der Autofahrer sind sich der Gefahren bewusst, 42 Prozent waren durch Unachtsamkeit schon in brenzligen Situationen

Wien (OTS) - Der Auslöser ist gering, die Folge im schlimmsten
Fall tödlich - ein kurzes Telefonat, nur schnell ein SMS geschrieben, CD gewechselt oder ein Schluck aus der Getränkedose. Bei 68 tödlichen Verkehrsunfällen im vergangenen Jahr war laut Unfallstatistik des Innenministeriums Unachtsamkeit und Ablenkung die vermutete Hauptunfallursache. Das sind 8,3 Prozent aller tödlichen Unfälle. Ist den Autofahrern die Gefahr nicht bewusst? Unterschätzen die Lenker die möglichen Folgen? Der ÖAMTC hat bei 1.000 Autofahrern nachgefragt. "Das Ergebnis verwundert", sagt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Dora Donosa. "Rund zwei Drittel der Befragten sind nämlich sehr wohl der Meinung, dass ablenkende Tätigkeiten am Steuer ein Sicherheitsproblem sind." 42 Prozent der Autofahrer geben sogar an, dass sie sich selbst schon einmal durch Unachtsamkeit in eine gefährliche Situation gebracht haben. Trotzdem handeln noch immer zu viele wider besseren Wissens. "Schon ein kurzer Handgriff kann zur Katastrophe führen, auch wenn es vorher zehnmal gutgegangen ist", warnt Donosa. Die Ergebnisse der Umfrage im Detail:

Welche Ablenkungen halten die Autofahrer für besonders gefährlich? An der Spitze der Nennungen steht mit 33 Prozent das Telefon (telefonieren mit oder ohne Freisprecheinrichtung, SMS schreiben). "Ein Telefongespräch lenkt ab. Man ist mit den Gedanken woanders", bestätigt Donosa die Einschätzung der Autofahrer. Auch ein Gespräch mit Freisprecheinrichtung zieht die Aufmerksamkeit vom Verkehr ab. Mit 16 Prozent ebenfalls häufig genannt, wird das Rauchen am Steuer. Dicht dahinter steht mit 15 Prozent die Sendersuche beim Radio und das Wechseln von CDs. Weiters auf der Liste: Essen und Trinken, Ablenkungen durch Mitfahrer (Streit, tobende Kinder, Haustiere), Zeitung und Straßenkarten lesen, in Taschen kramen und auch die Eingabe in Navigationssysteme. "Sogar Schminken wird angegeben", berichtet Donosa. Die Folgen dieser harmlos scheinenden Tätigkeiten sind Fahrfehler, die wiederum gefährliche Situationen und Unfälle provozieren.

Wenn durch Ablenkungen Fahrfehler passieren

Ablenkungen und Unaufmerksamkeit haben eine veränderte Fahrweise zur Folge. Man hält einen zu geringen Abstand zum Vordermann, vergisst auf das Blinken beim Abbiegen oder Spurwechseln, beachtet andere Verkehrsteilnehmer und Lichtsignale weniger und fährt für andere unberechenbarer. Ein typisches Beispiel: Das CD-Cover fällt beim Öffnen zu Boden, der Fahrer bückt sich danach und schneidet die Kurve. Der entgegenkommende Lenker muss sein Auto verreißen und nur höchstes Fahrgeschick kann einen Unfall verhindern. Für vier von zehn Autofahrern zählen solche Erlebnisse zum Erfahrungsschatz. "42 Prozent geben an, dass sie schon einmal eine gefährliche Situation erlebt haben, weil sie abgelenkt waren", sagt die ÖAMTC-Expertin. Im Gegensatz dazu haben sich 37 Prozent schon "oft" durch andere Autofahrer gefährdet gefühlt, die offensichtlich hinter dem Steuer nicht bei der Sache waren. Immerhin 62 Prozent geben an, dass das "gelegentlich" der Fall ist.

"Das Wissen um die Gefahr alleine reicht nicht. Man muss auch danach handeln. Und da besteht noch großer Aufholbedarf", resümiert die ÖAMTC-Expertin. "Zu viele denken 'ich hab eh alles im Griff, ist ja noch nie was passiert'. Aber Verkehrssituationen können sich blitzschnell ändern. Deshalb erfordert Autofahren vollste Konzentration." Im Auto gilt es daher, jegliche Ablenkungen zu vermeiden. Am besten auf Telefongespräche während der Fahrt verzichten, Anrufe auf die Mobilbox umleiten, Rauchen auf die Rauchpause verschieben, das Schminken zuhause vor dem Spiegel erledigen und die Morgenzeitung beim Frühstück lesen. "Es darf in Zukunft keine Unfallopfer mehr geben, weil jemand hinter dem Steuer drei Sachen gleichzeitig macht", sagt Donosa.

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