WWF: Bundesminister Pröll beim Hochwasser offensichtlich ratlos!

WWF fordert Entschuldigung für verbale Entgleisung

Wien (OTS) - WWF: Bundesminister Pröll beim Hochwasser offensichtlich ratlos!
WWF fordert Entschuldigung für verbale Entgleisung

Die Aussagen des Bundesministers Josef Pröll im heute erschienen profil-Interview,dass NGOs die Kriegsgewinnler seien, sorgen beim WWF für Empörung. "Es handelt sich hier um bisher noch nie da gewesene Entgleisungen und unsachliche Unterstellungen. Derartige Aussagen helfen den betroffenen Menschen vor Ort in keinster Weise, die rasche Hilfe und nachhaltige Entscheidungen in Sachen Hochwasserschutz jetzt am Nötigsten haben", so DI Dr. Hildegard Aichberger, Geschäftsführerin des WWF Österreich. "Ich fordere eine umgehende Entschuldigung", so Aichberger.

Die Folgen eines derart extremen Hochwassers sind eben auch zu einem Teil hausgemacht und liegen in der Verantwortung der Politik: hart verbaute Flüsse und die nicht mehr von der Hand zu weisende Tatsache, dass der Klimawandel voll im Gange ist, lassen das letzte Hochwasserereignis außerdem nicht mehr als Einzelereignis verbuchen. Seit den 1950er Jahren wurden österreichischen Fließgewässern vom kleinsten Rinnsal bis zur Donau ca. 400.000 Hektar natürlicher Überschwemmungsräume genommen - das entspricht 1,5 mal der Fläche Vorarlbergs.

"Der Vorwurf von Bundesminister Pröll, dass der WWF keine Ahnung habe, ist völlig haltlos. Nicht nur wir, sondern auch Wissenschafter und Experten aus seinem Ministerium fordern seit Jahren mehr Platz für Flüsse. So genannte Gewässerbetreuungskonzepte für 1.400 Kilometer Flüsse liegen dort auf Eis. Es geht darum, aus diesen Hochwasserereignissen jetzt endlich die richtigen Schlüsse zu ziehen, statt verbal um sich zu schlagen. Für die Menschen muss der best mögliche und nachhaltigste Hochwasserschutz gewährleistet werden", meint Aichberger.

Nach 2002 blieben leere Versprechungen
Nach dem verheerenden Hochwasser 2002 wurden die Politiker auch nicht müde, ein Umdenken im Hochwasserschutz zu fordern. Geschehen ist jedoch wenig, im Gegenteil: 2003 wurden z.B. viermal mehr Flüsse verbaut, als renaturiert. Die Renaturierungen, die das Bundesministerium noch Ende der 1990er Jahre forcierte, wie beispielsweise an der Drau, dem Lech und der Pielach, wurden drastisch zurückgefahren. Der Hochwasserschutz der Menschen liegt in den Schubladen des Ministeriums.

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