"trend": "Österreich ist unternehmerisch sehr unterbelichtet"

Was der Industrielle Mirko von Unternehmerkollegen, Politikern und Medien hält, und wie er über sich selbst denkt

Wien (OTS) - Mirko Kovats gilt als einer der umstrittensten Unternehmer Österreichs. Aber wie denkt er über die anderen? In einem Interview mit dem Montag erscheinenden Wirtschaftsmagazin "trend" holt er zum Rundumschlag aus.
Zu seinen Unternehmerkollegen sagt er: "Österreich ist unternehmerisch sehr unterbelichtet, bedauerlicherweise. An dem Problem werden wir noch kräftig zu kauen haben." Nicht allzu viel Respekt hat er auch vor der Erbengeneration: "Ich kenne aus meiner eigenen Tätigkeit Leute, die Firmen geerbet haben und damit nicht erfolgreich waren, weil sie damit nicht glücklich waren. (...) Wenn man ein Unternehmen selbst aufgebaut und erschaffen hat, hat man eine ganz andere Beziehung dazu."
Politikern wirft er "Herumdoktern" und kurzfristiges, nur auf Wahlzyklen orientiertes Denken vor. Am meisten wettert Kovats allerdings gegen Journalisten. So sagt er wörtlich: "Speziell die Medien sind ja nicht gerne bereit, vielleicht auch nicht immer in der Lage, sich mit ernsten Zahlen auseinanderzusetzen. Schlagzeilen sind interessanter. Da kann man schnell jemandem eins auswischen, das bringt Auflage." Er, Kovats, habe jedoch heute mit seinen Unternehmen eine Größenordnung erreicht, wo ihm das egal sein könne: "Meine Zahlen sind gut. Die Zahlen vieler Medien sind oft so rot wie das Papier, auf dem sie gedruckt werden."
Sich selbst bezeichnet Kovats als "direkt" und "straight forward". Was ihn an der eigenen Person störe, sei die Tatsache, "dass ich oft nicht hart genug bei Entscheidungen bin, obwohl man mir das nachsagt." Und sein oberstes Prinzip: "In meinen Betrieben gibt es Ordnung. Es gibt Sauberkeit. Es gibt keine eingeschlagenen Fensterscheiben. (...) Es sind Grundhaltungen in der Wirtschaft, die ich als Erfolgsfaktoren für unumgänglich halte."
Politisch will sich Kovats nicht festlegen. Allerdings präferiere er die große Koalition. Und auf die Frage, ob für ihn persönlich ein Einstieg in die Politik denkbar sei, antwortet er kryptisch: "Jetzt ist das kein Thema." Mit starker Betontung auf "jetzt".

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