Schicker: gemeinsam mit SeniorInnen für mehr Verkehrssicherheit

Das Pilotprojekt "Verkehrssicherheit für Ältere Menschen" liefert wichtige Erkenntnisse

Wien (OTS) - Im Masterplan Verkehr 2003 ist die Verkehrssicherheit ein besonders wichtiges Thema. Als langfristiges Ziel ist die "Vision Zero" festgelegt - also keine Todesopfer im Straßenverkehr. Mittelfristig soll die Zahl der Verunglückten bis 2020 um die Hälfte reduziert werden. Die Sicherheit auf Wiens Straßen wurde in den letzten 20 Jahren deutlich erhöht. Zwischen 1983 und 1998 hat sich die Zahl der Unfälle mit Personenschaden um etwa 35% reduziert, die Zahl der Getöteten ist sogar um ca. 75% gesunken. Seit 1998 ist allerdings ein leichter Anstieg der Unfallzahlen festzustellen, weshalb die Stadt verstärkt Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit setzt.

"Die Stadt Wien hat in den vergangenen Jahren deshalb viele wertvolle Projekte zur Steigerung der Sicherheit im Straßenverkehr umgesetzt und entscheidende Erfolge erzielen können", erklärte Wiens Planungs- und Verkehrsstadtrat Rudi Schicker und ergänzte: "Gerade im Bereich der Sicherheit für die Fußgängerinnen und Fußgänger entwickeln wir uns ständig weiter und setzen die modernsten Technologien ein. Dies ist deshalb so wichtig, weil in dieser Mobilitätsgruppe der Anteil der Seniorinnen und Senioren besonders hoch und gefährdet ist". So seien bei unfallträchtigen Kreuzungen besondere Lampen über den Zebrastreifen montiert worden, die ein starkes Lichtband erzeugen und die Fußgängerinnen und Fußgänger schon von weitem noch besser sichtbar machen. Auch die breit angelegte Aufklärungskampagne "Achtung Zebra! - Bremsen rettet Leben" habe intensiv auf die Bewusstseinsbildung der Bevölkerung eingewirkt.****

Seniorinnen und Senioren in Wien

Der Seniorenanteil in Wien steigt stetig an und damit auch die Zahl der PensionistInnen, die aktive Verkehrsteilnehmer sind. Ältere Menschen sind bei Unfällen einem besonderen Verletzungsrisiko ausgesetzt. Letztes Jahr waren 48% der in Wien getöteten FußgängerInnen über 64 Jahre alt. Die meisten in Wien verunglückten SeniorInnen sind zu Fuß unterwegs.
"Kreuzungsbereiche sind für ältere Menschen besondere Konfliktpunkte, da sie den sicheren Gehsteig verlassen und durch die komplexe Situation des Querens zunehmend überfordert sind", so Dipl.-Ing. Peter Lenz, Leiter der Magistratsabteilung 46 in seiner Analyse. Eine der Maßnahmen, die die Stadt Wien gesetzt hat um hier eine Verbesserung zu erzielen, ist die Sanierung von Unfallhäufungsstellen. So werden systematisch Straßenstellen, an denen mehrfach gleichartige Unfälle auftreten, erhoben, analysiert und saniert. Bezirksvorsteherstellvertreter Rainer Husty ergänzte:
"Die Seniorensicherheitsaktion und die direkte Beteiligung der Betroffenen halte ich für besonders sinnvoll, da gerade im 7.Bezirk der öffentliche Raum sehr intensiv und unterschiedlich genutzt wird. Wir werden somit die im Projekt aufgezeigten Gefahren und Hindernisse nach Möglichkeit entschärfen".
Der Leiter der Wiener Landesstelle des Kuratoriums für Verkehrssicherheit, DI Klaus Robatsch konkretisierte:
"Baustelleneinrichtungen, Warenausräumungen, Werbeschilder oder nicht ordnungsgemäß abgestellte Fahrräder sind etwa die von den älteren Menschen am häufigsten genannten Problemfälle".

Eine wienweite Aktion von Stadtrat Schicker mit KfV und Kuratorium Wr. Pensionistenwohnhäuser

Das Wiener Projekt "Verkehrssicherheit für Ältere Menschen" ist eine Zusammenarbeit der Stadt Wien, der Bezirke und des Kuratoriums für Verkehrssicherheit und beinhaltet ein Konzept zur Beratung und Schulung von SeniorInnen. Ausgangspunkt sind Pensionistenwohnhäuser der Stadt Wien, aber auch Pensionistenclubs, Cafes oder bekannte Treffpunkte der PensionistInnen. In diesen wurden Gruppen gebildet, in denen zuerst das Verkehrsverhalten der älteren Menschen (Verkehrsmittelwahl, Anzahl und Länge der Wege pro Tag, Aktionsradius,...) mittels Fragebogen ermittelt wurde. Anschließend wurden darauf basierend Problemfelder einerseits im relevanten Umfeld, andererseits im Allgemeinen konkretisiert. Um die von den SeniorInnen beschriebenen Problemfelder entschärfen zu können, war eine Besichtigung vor Ort nach dem Vorbild der von der MA46 in Kooperation mit Medien schon mehrmals durchgeführten Aktion "Aktiv gegen Unfallschwerpunkte", beziehungsweise entsprechend der "Schulwegpläne" erforderlich.
Aus den Befragungen in den Gruppen und den Besichtigungen vor Ort wird ein Maßnahmenkatalog erstellt. Die Verkehrsberatung erfolgt direkt in Gruppen von 10 bis 20 Personen durch Mitarbeiter des Kuratorium für Verkehrssicherheit.

Die Pilotstudie wird in 10 Pensionistenhäusern durchgeführt und ist in 4 Schritte (Veranstaltungen) gegliedert:

Vorgangsweise: (vorläufiges Design)

o 1. Veranstaltung
Befragung über Probleme, Verkehrsverhalten
o 2. Veranstaltung
Begehung von Problemstellen (KfV, MA46, Bezirk)
o 3. Veranstaltung
Verkehrsberatung, (für 10 Standorte)
o 4. Veranstaltung
Evaluation (einige Wochen/Monate später), (für 10 Standorte)

Ergebnis:

o Abschlussbericht
(Zusammenfassung und Überblick über allgemeine Erkenntnisse, Konkrete Verbesserungsmöglichkeiten, Evaluierung des Konzepts)

Folgende Pensionistenhäuser sind in diese Aktion integriert:
Haus Wieden im 4.Bezirk, Haus Mariahilf im 6.Bezirk, Haus Neubau im 7.Bezirk, Haus Neumargareten im 12.Bezirk, Haus Trazerberg im 13.Bezirk, Haus Liebhartsal im 16.Bezirk, Haus Alszeile im 17.Bezirk, St. Carolus Altersheim im 18.Bezirk, Haus Brigittenau im 20.Bezirk und Gartensiedlung Fortuna im 21.Bezirk.

Mit Ende des heurigen Jahres wird das Pilotprojekt abgeschlossen sein. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in einer Richtlinie zusammengefasst, aufgezeigte Mängel sofort behoben und in zukünftigen Projekten vorausschauend eingearbeitet werden.

Im 7. Bezirk etwa ergaben die Gespräche mit den Bewohnerinnen und Bewohnern vom "Haus Neubau" einige, auch schon teilweise umgesetzte, Ergebnisse:

o Der Wunsch nach dem Einsatz der Niederflurstraßenbahnen auf den Linien 9, 49, 52, 58 wurde an die Wiener Linien weiter geleitet, die nach Maßgabe ihrer Möglichkeit diese zeitgemäßen Garnituren einsetzen werden.
o Die FahrerInnen der Buslinie 48A wurden intern nochmals darauf hingewiesen, verstärkt an das Absenken der Busse in den
Stationen zwecks leichterem Einsteigen zu denken.
o Bei der Kreuzung Stollgasse / Kaiserstraße wurde die Ampelschaltung den Anforderungen der älteren Menschen angepasst und eine Vorschaltzeit von 3 Sekunden eingestellt.
o Vertreter des Bezirkes haben angekündigt, sich um die störenden Schanigärten, vor allem um die tief stehenden Sonnenschirme bzw. die zwei Telefonzellen und die Mülltonne in der Stollgasse, die den verbleibenden Gehsteig massiv einengen, zu kümmern.

Die Verkehrssicherheit der älteren Menschen ist der Stadtverwaltung ein vordringliches Anliegen. Derzeit wird geprüft, ob nächstes Jahr weitere 40 Seniorenhäuser in diese Aktion einbezogen werden können.

Allgemeine Informationen:

o Verkehrssicherheit
http://www.verkehrssicherheit.at/

(Schluss) kel

Rückfragen & Kontakt:

PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
DI Thomas Keller
Tel.: 4000/81 420
kel@gsv.magwien.gv.at

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