Dreißigster Todestag des österreichischen Bildhauers Fritz Wotruba am 28. August

Wien (OTS) - Fritz Wotruba, 1907 in einfachen Verhältnissen geboren, erlangte schon als junger Bildhauer im Wien der späten 20er und 30 Jahre mit Arbeiten Beachtung, die von Lehmbruck, Maillol und der archaisch-griechischen Antike inspiriert waren. Nach seinem Exil in der Schweiz von 1938 bis 1945 wird er als einer der wenigen vertriebenen Größen aus Kunst und Kultur nach Wien zurück berufen, um hier die Meisterklasse für Bildhauerei an die Akademie der bildenen Künste zu übernehmen. Aus seinen Schülern gingen die bedeutendsten gegenwärtigen österreichischen Bildhauer hervor (z.B. Joannis Avramidis, Alfred Hrdlicka). In künstlerischer Hinsicht entwickelte Wotruba in mehreren Phasen die für ihn charakteristischen Figuren aus zunehmend abstrakter werdenden Quadern, Röhren- und Zylinderformen. Diese für ihn charakteristische Form des architektonischen Aufbaus der Figur spiegelt sich auch in seinen Bühnenarbeiten sowie in der von ihm gestalteten Kirche Zur Heiligsten Dreifaltigkeit in Wien-Mauer ("Wotruba-Kirche") wider. Nicht nur als Künstler, sondern auch als Galerist und kritische Stimme wurde Wotruba zu einer zentralen Persönlichkeit des Wiederaufbaus des Kunst- und Kulturlebens in Wien. International erlangte er mit seinem Werk Erfolg und Anerkennung und war in allen großen Museen der Welt mit Ausstellungen präsent. In den bedeutendsten Sammlungen von den Uffizien in Rom bis zum Museum of Modern Art in New York finden sich seither Arbeiten Wotrubas. Gemeinsam mit Henry Moore, Marino Marini und Alberto Giacometti rechnet man Fritz Wotruba zu den "Klassikern" der modernen Plastik.

Trotz dieser internationalen Anerkennung waren die Bemühungen der Republik Österreich, für den Nachlass (400 Skulpturen, 2.500 Zeichnungen, 1.500 Druckgraphische Blätter, Archiv u.a.) ihres bedeutendsten modernen Bildhauers ein Museum zu schaffen, eher dürftig. Als Eigentümer bemüht sich der Fritz Wotruba-Verein, der sich 2004 in eine Stiftung umgewandelt hat (als Vorstände des ersten Stiftungsvorstands fungieren HR Prof. Dr. Wilfried Seipel, Generaldirektor des Kunsthistorischen Museums, Frau Christa Kamm, Zug, sowie HR Dr. Gerbert Frodl, Direktor der Österreichischen Galerie Belvedere), mit der Organisation von Ausstellungen und wissenschaftlicher Forschung zu Wotruba die Rezeption seines Werks lebendig zu halten.

Endlich scheint eine Lösung in Sicht: Die Wotruba-Sammlung soll nach Fertigstellung des Umbaus des "20er Hauses" (früher Museum der Kunst des 20. Jahrhunderts) unter der Obhut und Betreuung der Österreichische Galerie Belvedere dort untergebracht, öffentlich zugänglich gemacht und präsentiert werden. Doch die zugesagte Finanzierung desUmbaus des Schwanzer-Pavillons wurde jüngst verschoben. Der Zeitpunkt, wann nun wirklich ein Wotruba-Museum etabliert wird, ist 30 Jahre nach dem Tod dieses so bedeutenden österreichischen Künstlers noch immer ungewiss.

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des künstlerischen Nachlasses von Fritz Wotruba
c/o Kunsthistorisches Museum
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