OeNB - Die positive Ertragsentwicklung setzt sich auch im 2. Quartal 2005 fort

Ertragslage der in Österreich tätigen Kreditinstitute im 1. Halbjahr 2005

Wien (OTS) - Wien (OTS) - Der vorliegende Bericht basiert auf
Daten der Quartalsberichtsmeldung gem. § 74 Abs. 2 BWG sowie der QUAB-Verordnung zum Berichtstermin 1. Halbjahr 2005. In dieser Meldung werden die Ertragsdaten auf unkonsolidierter Basis erfasst.

Das unkonsolidierte Betriebsergebnis stieg gegenüber dem 1. Halbjahr 2004 mit 12,0% auf 2,71 Mrd EUR deutlich an. Insbesondere die Provisionserträge aus dem Wertpapiergeschäft konnten stark erhöht werden. Deutliche Steigerungen waren auch bei den Erträgen aus Wertpapieren und Beteiligungen zu beobachten. Dies ist mehrheitlich auf die Erhöhung der Erträge aus Anteilen an inländischen verbundenen Unternehmen zurückzuführen. Die Relation Nettozinsertrag zu den Betriebserträgen sank allerdings auf 47,1%. Die Cost-Income-Ratio betrug zum Berichtszeitpunkt 64,1% und konnte gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres um 1,8%-Punkte verbessert werden. Der Wertberichtigungsbedarf im Kreditbereich wird zum Jahresende 2005 geringer erwartet als in der Vergleichsperiode 2004. Der für das gesamte Geschäftsjahr 2005 erwartete Jahresüberschuss beträgt 2,91 Mrd EUR und liegt mit 3,1% über dem vergleichbaren Wert 2004.

Die Betrieberträge stiegen im 1. Halbjahr 2005 mit 6,3% auf 7,54 Mrd EUR, die Betriebs-aufwendungen erhöhten sich etwas schwächer und zwar um 3,4% auf 4,83 Mrd EUR. Die Cost-Income-Ratio konnte in den ersten 2 Quartalen 2005 im Vorjahresvergleich um 1,8%-Punkte klar verbessert werden und betrug 64,1%.

Im 1. Halbjahr 2005 meldeten die in Österreich tätigen Kreditinstitute eine leichte Steigerung des Nettozinsertrages um 0,5% auf 3,55 Mrd EUR. Dennoch verringerte sich die Relation Nettozinsertrag zu den gesamten Betriebs¬erträgen mit 2,7%-Punkten sehr deutlich und lag zum Berichtszeitpunkt bei 47,1%. Das bedeutet, dass weniger als die Hälfte der Betriebserträge aus dem traditionellen Bankgeschäft lukriert wird. Im 1. Halbjahr 2005 betrug der Total Spread 1,14% (im Rahmen der Total Spread Berechnung werden sämtliche verzinste Aktiva mit den verzinsten Passiva verglichen. Die daraus resultierende Zinsspanne wird um den Endowment Effekt korrigiert. Es ist darauf hinzuweisen, dass bei dieser Methode die unterschiedlichen Laufzeitstrukturen auf der Aktiv- und Passivseite keine Berücksichtigung finden)und reduzierte sich damit gegenüber der Vergleichsperiode 2004 (1,22%). Diese Entwicklung lässt sich auch aus den Daten der EZB-Zins¬satzstatistik herleiten. Die dort beobachtete Spanne im Neugeschäft sank zwischen Juni 2004 und Juni 2005 um 0,19%-Punkte.

Die Erträge aus dem Wertpapier- und Beteiligungsgeschäft beliefen sich in den ersten 6 Monaten des Jahres 2005 auf 1,13 Mrd EUR und lagen mit 13,6% klar über dem Wert der Vergleichsperiode 2004. Die tiefere Analyse zeigt, dass dies überwiegend auf die Erhöhung der Erträge aus Anteilen an verbundenen Unternehmen zurückzuführen ist. Dabei sind mehrheitlich die Erträge aus Beteiligungen an inländischen verbundenen Unternehmen angestiegen. (Dabei konnten zum Berichtstermin 1. Halbjahr 2005 auch Ertragssteigerungen beobachtet werden, die aus Bankverflechtungen entstanden sind, sodass es zu Doppelzählungen kam.)

Der Saldo aus dem Provisionsgeschäft betrug 1,90 Mrd EUR und lag mit 13,9% deutlich über dem Wert der Vergleichsperiode 2004. Mehr als die Hälfte der Steigerungen der Betriebserträge können im 1. Halbjahr 2005 damit begründet werden. Dabei ist die Erhöhung der Provisionserträge aus dem Wertpapiergeschäft besonders hervorzuheben. Als Ursache hierfür ist der anhaltende Börseboom und der Trend zu höher rentierenden Veranlagungsformen (Wertpapiere und Investmentfonds) anzuführen. Daraus resultierend erhöhte sich die Relation Saldo aus dem Provisionsgeschäft zu den gesamten Betriebserträgen gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres um 1,7%-Punkte und betrug 25,3%.

Der Saldo aus Finanzgeschäften belief sich auf 0,33 Mrd EUR und erhöhte sich um 7,7% sichtbar. Einerseits konnte der Saldo aus Geschäften in Wertpapieren, die nicht wie Finanzanlagen bewertet werden und Teil des Handelsbestandes sind, deutlich gesteigert werden. Andererseits reduzierten sich der Saldo aus sonstigen Finanzgeschäften und der Saldo aus dem Devisen-, Sorten- u. Edelmetallgeschäft.

Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen stiegen im 1. Halbjahr 2005 um +3,9% auf 4,04 Mrd EUR. Die Personalaufwendungen erhöhten sich dabei um 1,5% auf 2,42 Mrd EUR. Die Relation Personalaufwand zu den gesamten Betriebsaufwendungen reduzierte sich um 0,9%-Punkte auf 50,1%. Der Sachaufwand belief sich auf 1,63 Mrd EUR und stieg mit 7,5% klar an. Daraus resultierend erhöhte sich die Relation Sachaufwand an den gesamten Betriebsaufwendungen mit 1,3%-Punkten auf 33,7%.

Die in Österreich tätigen Kreditinstitute erwarten für das gesamte Geschäftsjahr 2005 ein unkonsolidiertes Betriebsergebnis von 5,10 Mrd EUR, welches um 13,3% über dem Wert der Vergleichsperiode 2004 liegt. Der Wertberichtigungsbedarf im Kreditbereich wird mit 1,61 Mrd EUR um 7,0% unter dem geschätzten Wert der Vergleichsperiode 2004 angesetzt. Für das Jahr 2005 wird mit einem ertragswirksamen Saldo aus der Bewertung von Wertpapieren und Beteiligungen in der Höhe von 0,10 Mrd EUR gerechnet (Vergleichsquartal 2004: 0,58 Mrd EUR).

Nach Berücksichtigung der Risikokosten und Bewertungsmaßnahmen ergibt sich ein erwartetes Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit auf unkonsolidierter Basis von 3,60 Mrd EUR, welches mit 7,2% klar über dem erwarteten Wert der Vergleichsperiode 2004 liegt (3,35 Mrd EUR). Für das Jahr 2005 wird mit einem a.o. Aufwand von 0,22 Mrd EUR gerechnet, welcher deutlich über dem erwarteten Wert der Vergleichsperiode 2004 liegt (0,09 Mrd EUR). Die erwarteten Steuern betragen 0,47 Mrd EUR (0,44 Mrd EUR). Daraus resultierend erwarten die in Österreich tätigen Kreditinstitute für das gesamte Jahr 2005 einen unkonsolidierten Jahresüberschuss von 2,91 Mrd EUR, welcher mit 3,1% über dem entsprechenden Vergleichswert des Jahres 2004 (2,82 Mrd EUR), aber auch klar über dem geschätzten Wert der ersten Quartalsmeldung 2005 (2,67 Mrd EUR) liegt.

ERTRAGSLAGE DER ÖSTERREICHISCHEN KREDITINSTITUTE 1. Quartal 2005 1.Halbjahr 1.Halbjahr 1.Halbjahr 2005 2004 2003 MRD % VJ MRD % VJ MRD % VJ EUR 1) EUR 1) EUR 1) 1.Zinsen und zins- ähnliche Erträge .11,53 11,6 10,33 -2,5 10,60 -10,6 2.Zinsen u.zinsähnl Aufwendungen ..... 7,98 17,3 6,80 -4,3 7,11 -14,8 I.NETTOZINSERTRAG (1. - 2.) ........ 3,55 0,5 3,53 0,9 3,50 -0,6 3.Erträge a.Wertpap u.Beteiligungen .. 1,13 13,6 0,99 22,0 0,81 -2,0 4.Saldo Ertr./Aufw. aus Provisionen .. 1,90 13,9 1,67 7,6 1,55 2,6 5.Saldo Ertr./Aufw. a.Finanzgeschäft. 0,33 7,7 0,31 -19,3 0,38 95,0 6.Sonst.betriebl. Erträge .......... 0,63 6,4 0,59 -0,2 0,59 -5,9 II.BETRIEBSERTRÄGE (I.+3.+4.+5.+6.) . 7,54 6,3 7,09 3,7 6,84 2,3 7.Allgemeine Verwaltungsaufw. . 4,04 3,9 3,89 0,4 3,88 -0,7 hv.Personalaufw. 2,42 1,5 2,38 0,6 2,37 -0,5 hv.Sachaufwand .. 1,63 7,5 1,51 0,2 1,51 -1,0 8.Abschreibungen a. Sachanlagen u. Immaterielle Vermögensgegenstd. 0,35 -3,9 0,37 -4,1 0,38 7,2 9.Sonst.betriebl. Aufwendungen .... 0,43 5,0 0,41 7,0 0,39 -9,1 III.BETRIEBSAUFWEND. (7.+8.+9.) ....... 4,83 3,4 4,67 0,6 4,64 -0,9 IV.BETRIEBSERGEBNIS (II.-III.) ....... 2,71 12,0 2,42 10,3 2,19 9,6

QUARTALSWEISE AKTUALISIERTE VORSCHAUWERTE FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR IV.ERWARTETES JAHRES-

BETRIEBSERGEBNIS 5,10 13,3 4,51 14,7 3,93 -1,8 10.Saldo a.Wertberich- tigungen a.Forder. u.Zuführungen zu Rückstellungen f. Eventualverbindl. u.f.Kreditrisken gg.d.entsprechenden Erträgen a.deren Auflösung (exkl. Wertpapiere) ..... 1,61 -7,0 1,73 1,4 1,71 -13,2 11.Saldo a.Wertbericht. a.Wertpapiere u. Beteil.gg.d.entspr. Ertr.a.d.Auflösung-0,10 -82,6 -0,58 952,2 -0,06 -468,0 V.ERWART.ERGEBNIS d.gewöhnl. Geschäftstätigkeit (IV.+/-10.+/-11.) 3,60 7,2 3,35 47,2 2,28 12,7 12.Erwart.a.o Ergeb. (Ertr.+/Aufw.-) -0,22 148,6 -0,09 -6,3 -0,09 -28,5 13.Erwart.Steuern v. Einkommen,Ertrag u.sonst.Steuern 0,47 5,2 0,44 8,8 0,41 8,6 VI.ERWART.JAHRESÜBERSCH. (+)/-FEHLBETRAG (-) (V.+/- 12. - 13.) 2,91 3,1 2,82 58,9 1,78 17,4

1) Die Veränderungen wurden mit den Beträgen in Mio EUR errechnet und anschließend gerundet!

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