"Kleine Zeitung" Kommentar: "Die Naturkatastrophen und der Klimafaktor Mensch" (Von Helena Wallner)

Ausgabe vom 26.08.2005

Graz (OTS) - Was wurde da gelacht, als die grünen Fuzzis vor Jahrzehnten mit ihren Litaneien vom Waldsterben und Ozonloch, vom Artentod und dem drohenden Klimawandel der mobilitätsgeilen und konsumsüchtigen Gesellschaft das pralle Leben zu vermiesen suchten. Nun vergeht das Lachen von Jahr zu Jahr mehr.

Sommer 2005. Die Iberische Halbinsel in Flammen, der Alpenraum von Wassermassen und Schlammlawinen zerstört. Und es herrscht wieder einmal Erklärungsnotstand. Die bisherige Abfolge ist hinlänglich bekannt: Eine Naturkatastrophe bricht über uns herein und postwendend folgen Erläuterungen wie: "Alles schon da gewesen; auch die Altvorderen trugen schwer an dieser Last; im langjährigen Durchschnitt eigentlich nicht außergewöhnlich; durch Forschungsmodelle nicht belegt." Und so weiter, und so fort.

Der kleine Unterschied: Diese Stellungnahmen müssen immer öfter abgegeben werden, so genannte Jahrhundertfluten suchen uns unterdessen in knappesten Abständen heim, wie das Oder-Hochwasser 1997, die Katastrophe an Elbe und Donau 2002 und jetzt die Fluten vom Alpenraum bis nach Rumänien belegen. Zwischen 1950 und 1959 gab es weltweit 13 große wetterbedingte Katastrophen, zwischen 1990 und 1999 waren es 74, ist aus der Datenbank der Münchner Rückversicherung ersichtlich, die nicht im Verdacht steht, mit den Öko-Freaks unter einer Decke zu stecken.

Das sei erst der Anfang, heißt es jetzt nach der Sintflut in der Schweiz, in Bayern und in Österreich, wir müssten mit brütend heißen Sommermonaten, sintflutartigen Regenfällen und heftigen Stürmen leben lernen. Und erstmals lassen die für ihre Vorsicht bekannten Klimaforscher anklingen, dass zwischen den extremen Wetterereignissen und dem globalen Klimawandel Zusammenhänge bestehen, Hochwasser und Dürre sozusagen nur die zwei Seiten ein- und derselben Medaille darstellen.

So wichtig es für die Katastrophenopfer ist, dass rasche Hilfe anrollt, kann es damit nicht getan sein. Frühwarnsysteme im Hochwasserschutz müssen weiterentwickelt werden. Es soll auch nicht verboten sein, aus den ökologischen Fehlern der Vergangenheit endlich zu lernen.

Die alles entscheidende Frage bleibt die Reduzierung des weltweiten Ausstoßes von Treibhausgasen. Man kann bei Gluthitze darauf warten, bis sich die Großen dieser Welt auf ein Vertragsmodell geeinigt haben, man kann aber auch selber etwas tun - und z. B. das Auto stehen lassen, weil Kleinvieh nicht nur Mist machen muss.****

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