"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Gesundheit ist nicht gratis" (Von Johannes Huber)

Ausgabe vom 26. August 2005

Wien (OTS) - Der Wiener Krebsspezialist Christoph Zielinski
schlägt Alarm: In den österreichischen Spitälern seien die modernsten Therapien nicht mehr erhältlich, weil der Bund sich beharrlich weigere, die budgetären Mittel aufzustocken.
Zielinski hat damit ein heikles Thema angesprochen: Die Medizin entwickelt sich immer weiter. Immer mehr Krankheiten können erfolgreich behandelt werden.
Soweit, so erfreulich. Die Kehrseite ist allerdings, dass die Gesundheitskosten unter diesen Umständen in einem schwindelerregenden Ausmaß steigen.

Die Kardinalsfrage, die endlich diskutiert und dann auch beantwortet werden muss, lautet folglich: Sind wir bereit, noch tiefer in die Taschen zu greifen, um alles (medizinisch) Machbare möglich zu machen? Oder verzichten wir darauf, noch mehr zu bezahlen, um den Preis allerdings, dass viele Kranke nicht mehr geheilt werden können? Letztlich wird wohl kein Weg daran vorbeiführen, die Sozialversicherungsbeiträge zu erhöhen. Anderenfalls würde es wirklich zur "Zwei-Drittel-Medizin" kommen, von der 61 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher heute bereits ausgehen: Das "obere Drittel" würde immer einen Weg finden, bestmöglich behandelt zu werden. Alle anderen müssten sich mit billigeren, weniger erfolgversprechenden Methoden begnügen.

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