Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband Wien: Liberalisierung der Öffnungszeiten ist kein Mittel gegen Konsumflaute

Nur wenn es den Menschen gut geht, profitiert auch die Wirtschaft

Wien (OTS) - Alle Jahre wieder ... belebt eine Diskussion über die Ladenöffnungszeiten das mediale Sommerloch. VertreterInnen der Großkonzerne fordern eindringlich eine Ausweitung der Ladenöffnungszeiten auch auf den Sonntag. Die österreichischen KonsumentInnen müssten ihrer Ansicht nach ihre Konsumwut derzeit im benachbarten Ausland ausleben und sie selbst müssten so auf gewaltige Einnahmen verzichten. "Als Vorsitzender der Sparte Handel im Sozialdemokratischen Wirtschaftsverband Wien kann ich jenen Großunternehmen nur ausrichten, sich die derzeitige Finanz- und Wirtschaftspolitik in Österreich anzusehen. Nicht die mangelnde zeitliche Möglichkeit, hindert die KonsumentInnen an ihrer Kauflust, sondern die Tatsache, dass ihnen unter Schüssel, Grasser und Bartenstein kein Geld für den Konsum über bleibt", betont KR Gerhard Kietreiber.

Die so genannte "Steuerreform" der ÖVP-dominierten Bundesregierung brachte weder der Bevölkerung noch der Wirtschaft einen Aufschwung. "Es wurden seitens der Regierung, durch die KöSt-Senkung von 34 auf 25%, die Gruppenbesteuerung und der halbe Steuersatz auf die nicht entnommenen Gewinne, vorwiegend die Großkonzerne unterstützt. Lediglich rund 1.000 Betriebe erhalten heuer von der Bundesregierung Steuergeschenke in der Höhe von 1,3 Mrd. Euro. Die überwiegende Mehrzahl der Unternehmen, die Klein- und Mittelbetriebe, bekommen nichts", so Kietreiber und weiter "und nun sollen die Klein- und Mittelbetriebe, die rund zwei Drittel aller Arbeitsplätze sowie 85% aller Lehrplätze zur Verfügung stellen und die für Lebensqualität und Nahversorgung sorgen auch noch in den sauren Apfel beißen und ihren Betrieb am Sonntag öffnen?"

Ein gut funktionierender Handel ist für viele UnternehmerInnen, MitarbeiterInnen und deren Familien existenzentscheidend. Faire und ausgewogene Öffnungszeiten gehören zu den Faktoren, die sicherstellen, dass den KonsumentInnen auch in Zukunft ein breites Angebot unterschiedlichster Geschäfte und damit unterschiedlichster Waren zur Auswahl steht. "Daher ist es unverantwortlich, wenn VertreterInnen einiger weniger Großkonzerne die bewährten Strukturen der heimischen Wirtschaft durchbrechen wollen. Denn nicht die Öffnungszeiten schränken den Umsatz ein, sondern die fehlende Kaufkraft der KonsumentInnen. Daran wird auch eine Aufhebung der Sonntagsruhe nichts ändern", schloss Kietreiber.

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