Gastgewerbe: Branchensituation vor allem Dank treuer Stammgäste "befriedigend"

Brachenerhebung - Gastronomie-Obmann Hinterleitner: "Polarisierung in der Gastronomielandschaft wird größer" - Alkoholfrei voll im Trend - Erfolgsfaktor Gastgarten

Wien (PWK638) - "Die Polarisierung in der Gastronomielandschaft
wird größer", führt Helmut Hinterleitner, Obmann des Fachverbandes Gastronomie der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), heute, Donnerstag, vor Journalisten aus: Das ist eines der Ergebnisse der Branchenerhebung "Gastromonitor", die im Auftrag des Fachverbandes heuer erstmals von "Gastro Obsearcher" in Zusammenarbeit mit dem renommierten Meinungsforschungsinstitut Karmasin durchgeführt wurde. "Gewinner sind", so fasst es Obmann Hinterleitner zusammen, "Betriebe mit klar strukturierten innovativen Konzepten, die engagiert und professionell geführt werden." Gewiss sei: "Die vom Gast geforderte Innovationskraft stellt eine große persönliche und finanzielle Herausforderung an die Betreiber dar."

Laut Branchenerhebung ist die Umsatzsituation "befriedigend":
Immerhin 19 Prozent der Betriebe konnten im ersten Halbjahr 2005 Umsatzsteigerungen gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres erzielen. Knapp mehr als die Hälfte der österreichischen Gastgewerbebetriebe konnte im ersten Halbjahr 2005 ihre Umsätze halten bzw. steigern. Zuwächse erzielen konnten im Durchschnitt 19 Prozent der Betriebe. Erfolgreiche Betriebe sind in allen Kategorien und Betriebsgrößen zu finden. Besonders gut ist die Entwicklung bei "jungen" Betrieben im städtischen Bereich.

Hier setzt sich ganz klar der Trend fort, der bereits seit einiger Zeit in der österreichischen Gastronomielandschaft zu beobachten ist:
Die Polarisierung zwischen "Gewinner" und "Verlierer" wird größer. "Gewinner" sind Betriebe mit klar strukturierten, innovativen Konzepten, die engagiert und professionell geführt werden. Das zeigt, dass die "soft Facts" (Betriebskonzept, Motivation und Einstellung von Betriebsinhabern und Mitarbeitern, Mitarbeiterführung) zumindest ebenso wichtig sind wie die äußeren Rahmenbedingungen (Größe, Ausstattung, Standort).

Erwirtschaftet wird der Umsatz
* mit Stammgästen: Die befragten Betriebe konnten den Anteil an Stammgästen überwiegend halten: 11 Prozent melden ein Mehr an Stammgästen, bei 63 Prozent ist die Anzahl gleich geblieben. Bei Tagesgästen und Touristen hingegen verzeichnet jeder zweite Betrieb Rückgänge. Groß sind diese bei den Tagesgästen im Bereich der so genannten "Kommunikationsgastronomie" (Pubs, Szenelokale) - 60 Prozent der Betriebe sind davon betroffen.
* mit Gastgärten: Im Durchschnitt werden 18 Prozent der Umsätze in der Outdoor-Gastronomie (Gastgarten, Terrasse) erzielt. Jeder fünfte Gastronomiebetrieb erzielte sogar mehr als 30 Prozent seiner Umsätze in diesem Bereich. "Das zeigt die große wirtschaftliche Bedeutung der Außengastronomie und die Notwendigkeit für eine gesicherten Rechtsgrundlage für die Ausübung in diesem Bereich", hält Interessenvertreter Hinterleitner fest.

Voll im Trend liegen in der Gastronomie alkoholfreie Getränke: 48 Prozent der Betriebe verzeichnen Steigerungen beim Absatz von Alkoholfreiem, 33 Prozent eine gleich bleibende Tendenz. Das betrifft im besonderen die Nachfrage nach Leitungswasser: 72 Prozent der Betriebe verzeichneten hier im vergangenen Jahr eine verstärkte Nachfrage: So wird Leitungswasser in 85 Prozent der Betriebe als Beigabe zu den Mischgetränken, aber auch pur (79 Prozent) auf Wunsch des Gastes ausgeschenkt - und das überwiegend kostenlos: Weniger als jeder zehnte Betrieb (91 Prozent) verrechnet dafür etwas, davon 90 Prozent weniger als 50 Cent pro Viertelliter. Im Gegensatz dazu ist der Absatz alkoholischer Getränke bei 60 Prozent der Betriebe rückgängig, nur 8 Prozent verzeichnen eine Absatzsteigerung bei alkoholischen Getränken. Besonders hoch ist der Rückgang in der Kommunikationsgastronomie (63 Prozent) und bei den Gasthäusern (67 Prozent).

Für die kommenden sechs Monate steht das Stimmungsbarometer der Gastronomen auf "vorsichtig optimistisch". Die Erwartungen der Gastronomen in die Geschäftsentwicklung für die nächsten 6 Monate sind vorsichtig optimistisch: 56 Prozent gehen von gleich bleibenden Umsätzen aus, 24 Prozent erwarten Umsatzsteigerungen, 13 Prozent Rückgänge. Die Ergebnisse der Branchenuntersuchung zeigen, dass Erfolg motiviert: Erfolgreiche Betriebe blicken nämlich wesentlich optimistischer in die Zukunft: 57 Prozent jener Betriebe, die zuletzt Umsatzsteigerungen verzeichnen konnten, erwarten im kommenden halben Jahr weiteren Zuwachs. 39 Prozent gehen davon aus, dass das Niveau des zuvor gestiegenen Umsatzes gleich bleibt. (JR)

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