Benzin-Theater

Mut zur Ehrlichkeit!

Wien (OTS) - Billiges Autofahren ist eine unrealistische
Forderung, auch für Pendler zum Arbeitsplatz. Neue Verkehrspolitik und mehr Arbeitsplätze in ländlichen Regionen sind notwendig.

Da wirft die SPÖ der ÖVP vor, an der Einführung einer PKW-Maut zu arbeiten und beteuert, dass so was keinesfalls Gegenstand eines sozialdemokratischen Regierungsprogramms sein könne. Postwendend tönt es aus der ÖVP, sie habe eine solche Maut nie beabsichtigt. Arbeiterkammer, Österreichischer Arbeiter- und Angestelltenbund und Gewerkschaft übertreffen einander in ihren Forderungen nach einer Erhöhung der Pendlerpauschale und Senkung der Mehrwertsteuer auf Treibstoffe. In Wirklichkeit wissen alle Beteiligten, dass ihre Forderungen unrealistisch sind und dass mittelfristig eine PKW-Maut unverzichtbar ist. Zu teuer sind die Straßenbauten!

Teures Auto

Für den einzelnen Verkehrsteilnehmer, der auf einen Euro und darüber gestiegene und noch weiter steigende Treibstoffkosten zu finanzieren hat, verschärft sich die Situation dramatisch. Laut Experten ist noch ein Anstieg des Benzinpreises auf 1,40 Euro zu erwarten. Viele ländliche Gebiete sind dramatisch unterversorgt mit brauchbaren öffentlichen Verkehrsmitteln. Die sozialen Beweggründe, die Fahrtkosten der Pendler zu senken sind daher richtig, aber leider nur im kurzfristigen Sinn. Langfristig wird sich das Pendlerproblem immer mehr zuspitzen. Immer mehr Arbeitnehmer werden immer weiter und immer teurer pendeln zum Arbeitsplatz. Die Konzentration der Arbeitsplätze auf die Ballungszentren nimmt weiter zu, weil für die Unternehmen kein Anreiz besteht, auch in ländlichen Regionen mehr Arbeitsplätze zu schaffen.

Forderungen

An Stelle von Steuererleichterungen auf Treibstoff sollen die Arbeitnehmerorganisationen mutig die notwendigen Zuschüsse zum Pendeln von den Unternehmen fordern. Ausgaben der Pendler für öffentliche Verkehrsmittel sollen so stark gefördert werden, dass ein Anreiz besteht, deren Benutung dem Auto vorzuziehen. Anstatt überdimensionierte teure Autobahnen zu bauen, die sich nicht rentieren, soll mehr Geld in den Ausbau flotter, zuverlässiger und komfortabler öffentlicher Verkehrsmittel investiert werden. Die Verkehrspolitik würde damit sowohl sozialer als auch umweltgerechter.

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