Ungarn 2005: Paprikatage in Kalocsa 24. bis 25.9. 2005

Wien (OTS) - Die südliche Tiefebene ist die Obst- und Gemüsekammer Ungarns. Zwischen Szeged und Kalocsa, der "Hauptstadt des Paprikas" liegt das Zentrum des Paprikaanbaus, des "roten Goldes" Ungarns.
Das ursprünglich aus Mittelamerika stammende Gemüse kam vermutlich über die Türkei nach Ungarn und wurde in früheren Jahrhunderten nur in Klöstern angebaut, galt es doch als wertvolle Heilpflanze. Als Gewürz gelangte es erst Mitte des 19. Jahrhunderts zur Verwendung. Zu dieser Zeit war Szeged das Zentrum des Anbaus, dem Anfang des 20. Jahrhundert von Kalocsa der Rang abgelaufen wurde. Die Südliche Tiefebene ist bis heute das größte Anbaugebiet der roten Köstlichkeit in Europa.

Es ist daher nicht verwunderlich, das dem Paprika ein eigenes Fest gewidmet ist. Im September, wenn der Paprika reif ist und die Felder rund um Kalocsa gleichsam "glühen", feiert das zauberhafte Barockstädtchen an der mittleren Donau die Ernte mit dem "Paprikatagen", die heuer am 24. und 25. September stattfinden. Die Häuser leuchten vom tiefen Rot der überall auf Schnüren trocknenden Paprikazöpfe. Die Trocknungsmethode beeinflusst ebenso wie das Mahlverfahren Farbe und Geschmack des Gewürzes. Das Geheimnis jedoch, warum ein ungarisches Pörkelt, also ein Gulasch, in Ungarn so einzigartig schmeckt, liegt in der Zubereitung. Der Paprika muss genau jene Zeitspanne in heißem Fett schwimmen, in der er seine Aromastoffe voll zur Geltung bringen kann, ehe er braun und bitter wird. Und das liegt den Ungarn eben im Blut.

Anlässlich der Papriaktage dreht sich alles um das rote Gold. Begleitet wird das Fest von farbenfrohen Umzügen, zahlreichen Unterhaltungsprogrammen und natürlich einem Kochwettbewerb für Paprikaspeisen, die man selbstverständlich auch verkosten kann. Aktive Beteiligung an der Ernte ist übrigens erwünscht und wird mit Wein, Schnaps und Pogatschen belohnt. Man kann auch seine eigenen Paprikazöpfe flechten und als Erinnerung mit nach Hause nehmen.
Und natürlich ist dem feurigen Gewürz auch ein eigenes Paprikamuseum in der Stadt gewidmet, übrigens das weltweit einzige. Hier wird die Geschichte, Anbau und Verarbeitung anschaulich demonstriert, zusammen mit Exponaten von Arbeitsgeräten und alten Schriften, die unter anderem über die Anwendung als Medizin berichten.

Ein Spaziergang durch die über 1000-jährige Stadt bietet aber auch noch andere Attraktionen. Der Dom und das Erzbischöfliche Palais stammen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Die Erzbischöfliche Schatzkammer und die Bibliothek beherbergen wertvolle Fresken von Maulbertsch und unschätzbare Pergamente, Kodizes, Wiegendrucke und Landkarten.

Ein Muß ist ein Besuch in der Csárda von "Tante Juca", wo man die köstlichen Paprikagerichte zusammen mit lebendiger Volkskunst genießen kann. Wer will, kann selbst ausprobieren, wie etwa die berühmten Stickereien von Kalocsa angefertigt werden. Einen schönen Abschluß eines erlebnisreichen Tages in Kalocsa bildet ein Ausflug in die Bakodpuszta mit einer atemberaubenden Pferdevorführung.
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Informationen: Kalocsa-Korona Tours Kft. H-6300 Kalocsa, Szent István király út 6. Tel. 0036/78/461819, Fax 0036/78/461676, e-mail:
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