HEIMRAUCHMELDER: BIS ZU 20 MENSCHEN KÖNNTEN JEDES JAHR GERETTET WERDEN

Institut für technische Sicherheit fordert gesetzliche Verankerung der elektronischen Lebensretter

Wien (OTS) - Durchschnittlich 30 bis 40 Menschen sterben pro Jahr bei Bränden in den eigenen vier Wänden. Meistens werden sie im Schlaf von den Flammen überrascht und haben deshalb keine Chance, rechtzeitig zu entkommen. "Am tückischsten sind Schwelbrände, die sich stundenlang an versteckten Stellen entwickeln und deshalb unerkannt bleiben", warnt DI Bernhard Noll, Leiter des Instituts für technische Sicherheit (ITS). "Ein optischer Heimrauchmelder schlägt rechtzeitig Alarm und kann Leben retten." Bis jetzt besteht noch keine Verpflichtung private Wohnungen und Häuser mit Heimrauchmeldern auszustatten. "Wir sehen hier aber für den Gesetzgeber Handlungsbedarf gegeben", fordert Noll eine gesetzliche Verankerung der elektronischen Lebensretter. "Die entstehenden Zusatzkosten sind minimal - die Preise für optische Heimrauchmelder bewegen sich zwischen neun und 60 Euro." Im Idealfall werden Rauchmelder entsprechend der technischen Richtlinie TRVB N 115/2000 in den Schlafräumen und im Vorraum montiert. Das ITS hat 15 optische Heimrauchmelder einem Test unterzogen und ist zu durchaus zufrieden stellenden Ergebnissen gekommen.

Das Prüfergebnis

Bei allen Rauchmeldern wurden Ansprechverhalten, Lautstärke und Batterielebensdauer gecheckt. In punkto Rauchempfindlichkeit gab es bei den getesteten Modellen kaum Unterschiede: Schon bei relativ geringer Rauchentwicklung schlugen alle Rauchmelder Alarm. Auch die in drei Metern Entfernung gemessene Signallautstärke, war - außer bei einem Reiserauchmelder - mit einer Bandbreite von 88-103,4 dB bei allen Herstellern zufrieden stellend. Alle Melder verfügten über ein optisches Blinksignal, das die Einsatzbereitschaft anzeigt und einen Prüfknopf zur Funktionskontrolle. Drohende Batterieschwäche wurde von allen Produkten mit einem Piepston signalisiert. Damit Rauchmelder nicht nur zur Zierde montiert werden, war bei fast allen Fabrikaten die Anbringung an der Decke nur mit eingelegter Batterie möglich. Die genauen Testergebnisse gibt es unter www.schutzhaus.at nachzulesen.

Wie funktioniert ein optischer Heimrauchmelder?

Die meisten Brandopfer kommen nicht durch die Flammen, sondern durch vorher entstehende giftige Gase ums Leben. Optische Heimrauchmelder messen mit einer Lichtzelle die Konzentration der Rauchpartikel in der Luft. Ist eine bestimmte Dichte erreicht, wird ein Alarmton ausgelöst, Zigarettenrauch führt im Allgemeinen aber nicht zu einem Alarm. Die Bewohner werden so zu einem Zeitpunkt gewarnt, an dem eine Flucht noch möglich ist. Bei einer Lautstärke über 85 dB ist dieser Ton auch durch geschlossene Türen hörbar. Bei einigen Modellen können mehrere Melder über Kabel oder Funk so verbunden werden, dass alle gleichzeitig Alarm schlagen - in mehrgeschossigen Häusern eine wertvolle Hilfe. Alle optischen Heimrauchmelder signalisieren über ein Blinksignal ihre Einsatzbereitschaft. "Manche Hersteller bieten für Privatpersonen sogar eine Funkzentrale zur Überwachung an", weiß Noll.
Die kleinen weißen Retter, die sehr einfach zu montieren sind, werden am besten in der Deckenmitte angebracht, zu Wänden und Ecken sollte es einen Abstand von mindestens 50 Zentimetern geben. Alle Heimrauchmelder werden mit Batterien betrieben und funktionieren somit unabhängig vom Stromnetz. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass der Melder einen notwendigen Batteriewechsel mindestens 30 Tage lang akustisch signalisieren kann - für den Fall, dass man auf Urlaub ist und die Batterie währenddessen zur Neige geht. Außerdem sollte ein Testknopf vorhanden sein, mit dem regelmäßig ein Probealarm ausgelöst werden kann.

"Ein optischer Heimrauchmelder ist keine große Investition, die aber über Leben oder Tod entscheiden kann. Die Anschaffung zahlt sich für private Haushalte also auf jeden Fall aus", schließt Noll.

Wien, 22. August 2005

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Mag. Katharina Kaschel
Institut für technische Sicherheit
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E-Mail: katharina.kaschel@kfv.at
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