Neues Volksblatt: "Reden" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 18. August 2005

Linz (OTS) - Es ist bis zu einem gewissen Grad kurios: Da wirft
die Opposition dem Bundeskanzler immer wieder vor, er sei ein Schweiger, und dann ist es ausgerechnet ein Interview, das dieselbe Opposition tagelang auf Trab hält. Genau das ist aber eigentlich ein Armutszeugnis für SPÖ, Grüne und die Strache-FPÖ. Denn nur sehr selten gelingt es ihnen, die politische Diskussion mit eigenen Ideen anzuheizen. Zum Glück gibt es in diesem FAZ-Interview noch die eine oder andere Schüssel-Aussage, die zu Reaktionen herausfordern könnte. "Der entscheidende Punkt ist nicht so sehr die Koalitionsform, sondern ein gemeinsames Projekt", so der Bundeskanzler. Das lässt sich, je nach Standort, unterschiedlich interpretieren. BZÖ-Chef Jörg Haider sucht - mit welcher Ernsthaftigkeit auch immer - schon nach Alternativen und redet sich Michael Häupl schön. Warum er dessen Arbeit in Wien bei höchster Arbeitslosigkeit und sinkender Jobzahl als erfolgreich einstuft, bleibt zwar fraglich, aber was soll's, Hauptsache man ist im Gespräch. Zum Reden hatte Schüssel im Übrigen auch etwas zu sagen, nämlich: "Ständiges Runterreden muss aufhören."

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