NEWS: Harte Kritik von SP-Granden an Alfred Gusenbauer

"Handwerkliche Fähigkeiten" werden bezweifelt, "Zick-Zack-Kurs" unter Beschuss

Wien (OTS) - Das Nachrichtenmagazin NEWS berichtet in seiner am Mittwoch erscheinenden Ausgabe von harter Kritik an SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer und seiner Führungsspitze durch namhafte SPÖ-Granden. Ein Jahr vor der entscheidenden Nationalratswahl herrschen Zweifel, ob Spitzenkandidat Gusenbauer die Auseinandersetzung mit Kanzler Wolfgang Schüssel gewinnen kann.

Thomas Jozseffi, Vorstand der Salinen-Austria und enger Vertrauter von Hannes Androsch, spricht im NEWS-Interview Klartext: "Politik ist ein Handwerk, das es auch zu beherrschen gilt." Jozseffi kritisiert vor allem, dass "inhaltlich nicht mit einer Zunge gesprochen wird", dass Positionen nicht intern, sondern in der Öffentlichkeit diskutiert würden. Zwar sei ein Großteil der Wähler nicht mit der Regierungspolitik einverstanden, die SPÖ stelle aber noch immer keine klare Alternative dar. Jozseffi: "Die Wahrheit ist, dass die SPÖ die Menschen noch immer nicht beim Herzen anspricht."

Die Kärntner Abgeordnete Melitta Trunk wiederum stößt sich am neuen Law- and Order-Kurs und der EU-Kritik Gusenbauers: "Man will ehemalige Haider-Wähler gewinnen. Das ist eine immer kleiner werdende Klientel. Ich fürchte, dass man auf der anderen Seite mehr Wähler verliert."

Der erfolgreiche oberösterreichische Parteichef Erich Haider empfiehlt Gusenbauer, sich auf "Kernkompetenzen" wie "Beschäftigungspolitik und innere Sicherheit" zu konzentrieren. Gusenbauers "internationale Kontakte sind gut, aber Nationalratswahlen gewinnt man mit Innenpolitik." Haider steht zudem weiteren Kooperationen mit der ÖVP reserviert gegenüber: " Ich bleibe dabei: Wenn wir Lob von der ÖVP kriegen, dann stimmt etwas nicht."

SP-Kommunikationschef Josef Kalina will im NEWS-Interview den Vorwurf, die SPÖ verlasse sich nur auf die Schwäche der Regierung, nicht gelten lassen: "Die Menschen sehnen sich nach einem Wechsel." Deshalb formuliere man neue Angebote an die Wähler: "Das Thema Sicherheit und die kritische Auseinandersetzung mit der EU werden für uns daher im Mittelpunkt stehen". Kalina "leugnet auch nicht", dass es "Hoppalas" gegeben habe: "Aber im Vergleich zu jenen der Bundesregierung waren sie unbedeutend."

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