AKNÖ: Deutsche Zimmermädchen nicht Schuld an Arbeitsmarktmisere in Österreich

Wien (AKNÖ) - Mehr als 210.000 vorgemerkte Arbeitslose Ende Juli
in Österreich haben andere Gründe als deutsche Arbeitskräfte am heimischen Arbeitsmarkt. Die Gründe für die Rekordarbeitslosigkeit in Österreich liegen einerseits darin, dass das Wirtschaftswachstum seit dem Jahr 2000 zu schwach ausfiel, um den Arbeitsmarkt nachhaltig zu entlasten, stellte die Niederösterreichische Arbeiterkammer fest.

Andererseits wurden seitens der Bundesregierung Maßnahmen gesetzt, die die Zahl der Arbeitsuchenden deutlich erhöht haben. Das Arbeitskräfteangebot hat v. a. durch die Anhebung des gesetzlichen Pensionsalters, höhere Kontingente für Saisonniers und Grenzgänger stärker zugenommen als die Nachfrage nach Arbeitskräften.
Die Fakten sprechen für sich: Im Juni 2005 arbeiteten nach den letztverfügbaren Daten etwa 57.000 Österreicher in Deutschland, jedoch nur 45.000 Deutsche in Österreich. Der deutsche Arbeitsmarkt hat den österreichischen also stärker ent- als belastet.
"Eine vermeintlich höhere Arbeitslosenunterstützung in Österreich als attraktiven Anreiz, in Österreich zu arbeiten, entbehrt jeglicher Grundlage. Abgesehen davon, dass für den erstmaligen Anspruch auf eine Arbeitslosenunterstützung in Österreich eine Beschäftigungsdauer von 52 Wochen innerhalb der letzten 2 Jahre notwendig ist, erhalten Arbeitslose in Deutschland ein höheres Arbeitslosengeld und noch dazu länger", rückte AKNÖ-Arbeitsmarktexperte Adi Buxbaum andere Behauptungen zurecht. "Dass sich in Deutschland durch die Hartz-IV-Reformen die finanzielle Situation für Langzeitarbeitslose deutlich verschlechtert hat, ändert an der Rekordarbeitslosigkeit in Österreich nichts", so die AKNÖ, "deutsche Zimmermädchen sind nicht daran Schuld, dass die Wirtschaft in Österreich zu wenig wächst".

Dass Österreich konjunkturell von der Entwicklung in Deutschland abhängig ist, ist ein unbestreitbares Faktum, aber die eigenständigen Wachstumspotenziale in Österreich zu unterschätzen ist ein wirtschaftspolitischer Fehler. Die Inlandsnachfrage ist nun einmal der entscheidende Motor für unsere Volkswirtschaft und deshalb sind sämtliche Maßnahmen umzusetzen, die zu einer unmittelbaren Belebung der heimischen Kaufkraft führen. Das WIFO hat einen gangbaren Weg vorgezeichnet, dem die wirtschaftspolitischen Entscheidungsträger nur folgen müssten: mehr in Forschung und Bildung zu investieren.

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