Privatisierung auf Burgenländisch

"Presse"-Meinung von Franz Schellhorn

Wien (OTS) - Die SPÖ hat mit dem Verkauf der Bank Burgenland gezeigt, was sie unter raschen Lösungen versteht. Mehr als nur ein kleiner Skandal.

Die SPÖ Burgenland geht in die Offensive, wie am Freitagnachmittag die "Austria Presse Agentur" via Außenstelle Eisenstadt wissen ließ. Endlich, kann man da nur sagen. Schließlich muss die "Schmutzkübel-Kampagne" im Zuge des Verkaufs der Bank Burgenland endlich ein Ende haben. All diese Untergriffe! Kein sauberes Ausschreibungsverfahren, Exklusiv-Verhandlungen mit dem Investor Mirko Kovats, nachträglich erstellte "Gutachten", um den einzig geladenen Bieter als Bestbieter auszuweisen.
Wirklich geschmacklos. Jetzt, wo es Herrn Landeshauptmann Niessl endlich gelungen ist, die von seinen Genossen heruntergewirtschaftete Bank an den (gewünschten) Mann zu bringen. Und sind wir uns doch einmal ehrlich: Ein korrektes Bieterverfahren kann dauern und sorgt letzten Endes ohnehin nur für Verwirrung. Am Ende hätte gar noch jemand mehr (und rascher) gezahlt als Herr Kovats. Wer weiß, vielleicht wäre das "rote" Juwel überhaupt an ein "schwarzes" Institut gefallen. Und was wäre dann aus der von Kovats vage angedeuteten Sanierung eines maroden burgenländischen Autozulieferers geworden? Das hat nichts mit dem Verkauf einer bankrotten Landesbank zu tun? Ja, so komplex kann Wirtschaftspolitik sein.
Weshalb die SPÖ die Aufsichtsräte der Bank mit so schwierigen Fragen ja auch nicht belasten wollte. So war das. Ein Musterbeispiel für Entbürokratisierung. In der heutigen Zeit sind eben rasche Lösungen gefragt, nicht Paragraphenreiterei.
So kann man das natürlich sehen. Vorausgesetzt, man hält eine breite Öffentlichkeit für Dodeln.

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