"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Sternschnuppen" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 12.08.2005

Wien (OTS) - Unsere geschätzten Damen und Herren Abgeordneten greifen wieder einmal ganz tief in die Wunschkiste: Die ÖVP hat uns ein Wachstumspaket beschert und wünscht sich, dass die Arbeitslosigkeit irgendwann zurückgeht. Das könnte sich die Regierung dann auf ihre Fahnen schreiben.
Die SPÖ tut sich leichter, sie kann derzeit vieles fordern und braucht nichts umzusetzen . Also wünscht sie uns eine Lohnsteuersenkung, eine Negativsteuer für all jene, die jetzt schon keine Steuer zahlen und einen Wachstumsfonds für Unternehmen.
Die Grünen sind etwas realistischer: Sie wünschen sich Auskunft von Bildungsministerin Gehrer, wie es mit den österreichischen Hochschulen weitergehen soll. Das wüsste die Ministerin vermutlich selber auch gerne.
Wahrlich bescheiden kommt dagegen das Wiener BZÖ: Es verlangt als Wahlkampfschlager eine Badebucht für Hunde an der Alten Donau. Das wird sich machen lassen.
So viele Wünsche auf einmal? Ein Blick auf den Kalender macht alles klar. Vom 10. bis 15. August ist der Sternschnuppenschwarm der Perseiden unterwegs. Jedes Kind weiß, dass man sich beim Anblick einer Sternschnuppe was wünschen darf. Wenn hunderte unterwegs sind, dürfen die Wünsche entsprechend üppiger ausfallen.
Ein Tipp dazu: Das Wünschen wirkt nur, wenn man die Schnuppen auch sieht. Vielleicht hält das Parlament die nächste Sondersitzung also nächtens im Freien ab. Andernfalls wird es mit der Erfüllung der vielen Wünsche nämlich nicht weit hersein.

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