Elektroaltgeräte-Entsorgung ab Samstag, 13. August, kostenlos möglich

Elektrohandel - Krejcik: "Preissteigerungen bei Elektrogeräten als Folge" - Kritik: "Kosten für Administration höher als jene für die eigentliche umweltgerechte Behandlung"

Wien (PWK614) - Am morgigen 13. August treten wesentliche Teile
der so genannten Elektroaltgeräteverordnung in Kraft: "Damit haben Konsumenten die Möglichkeit, Elektroaltgeräte unentgeltlich zurückzugeben", erklärt Wolfgang Krejcik, Obmann des Bundesgremiums des Radio- und Elektrohandels der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ):
"Die Umsetzung einer EU-Vorschrift hat aber zur Folge, dass - im Gegensatz zur bisherigen Gepflogenheit - jeder Käufer eines Elektrogerätes einen Umweltbeitrag mitzahlen wird müssen, gleichgültig, ob er beim Kauf ein Elektroaltgerät zurückgibt oder nicht."

Möglich ist die Rückgabe von Elektroaltgeräten bei Sammelstellen der Gemeinden oder bei Händlern, wenn ein gleichartiges Neugerät gekauft wird, das Geschäft eine Verkaufsfläche von mindestens 150 Quadratmeter aufweist und die Rückgabe "Zug um Zug" (also beim Kauf und nicht Wochen oder Monate später) erfolgt. Elektrohändlern mit weniger als 150 Quadratmeter Verkaufsfläche ist die Rücknahme freigestellt. "Für den Handel ist die Sammelverpflichtung durch die Bereitstellung entsprechender Lagerflächen, die Lagermanipulationen und den Transport zu Sammelstellen (eine je politischem Bezirk) mit erheblichen Kosten verbunden", weiß Krejcik. "Für diese teuren Dienstleistungen sind keine Vergütungen vorgesehen, gehen also zu Lasten der im Elektrohandel ohnehin niedrigen Handelsspanne und damit auf Kosten der Händler."

"Aus der Verordnung resultierende Preiserhöhungen für Elektrogeräte können allerdings produktspezifisch zum Teil erhebliche Ausmaße annehmen - vor allem bei Artikeln der unteren Preisklassen sind signifikante Erhöhungen im zweistelligen Prozentbereich zu erwarten", rechnet Krejcik vor, "es würden mich deutliche Preiserhöhungen nicht überraschen, denn Entsorgungsbeiträge wie zum Beispiel bei Kühlgeräten zwischen 25 und 30 Euro, bei TV-Geräten zwischen 10 Euro und 20 Euro und bei Leuchtstofflampen in Höhe von zirka 20 bis 25 Prozent des Produktpreises kann der Hersteller und der Handel in dem extrem scharfen Wettbewerb unserer Branche nicht schlucken."

Fast alle Produkte, die der Elektrohandel verkauft und die in einer 41-seitigen Liste festgehalten sind, sind von dieser neuen Regelung betroffen. Selbst Duftstecker, elektrische Zimmerbrunnen oder Armbanduhren, wenn sie batteriebetrieben sind, gelten als "Elektroaltgeräte" im Sinne der Verordnung.

Branchensprecher Krejcik hält die mit der Neuregelung der Elektroaltgerätesammlung und -entsorgung einhergehende Bürokratie für "überbordend" - und sie mache die eigentlichen und begrüßenswerten Ziele, die umweltgerechte Entsorgung und Verwertung von Elektroaltgeräten, sehr teuer: Wir rechnen damit, dass die Kosten für den administrativen Aufwand höher liegen als für die eigentliche umweltgerechte Behandlung."

Bereits bisher habe der Elektrohandel in Österreich bewiesen, "dass wir es mit der Sorge um die Umwelt sehr ernst nehmen." So wurden - weitestgehend auf freiwilliger Basis - im Jahr 2004 rund 35.000 Tonnen an Elektroaltgeräten, das sind 4,5 Kilogramm pro Einwohner, gesammelt. Damit wurde bereits die jetzt von der EU vorgegebene Sammelmenge von 4 Kilogramm pro Person erfüllt. Vor diesem Hintergrund hätte sich der (Elektro-)Handel eine für den Handel leichter durchführbare und für die Verbraucher weniger verwirrende Lösung gewünscht", so Krejcik abschließend. (JR)

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Tel.: (++43) 0590 900-3324
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