ÖGB-Leutner zu Bartensteins Niedriglohnförderung

Nicht von wahren Problemen auf dem Arbeitsmarkt ablenken

Wien (ÖGB) - "Das von Minister Bartenstein vorgestellte Modell einer Niedriglohnförderung dient ausschließlich dazu von den wahren Problemen auf dem Arbeitsmarkt abzulenken, da damit eine durchgehende Verbesserung der angespannten Situation auf dem Arbeitsmarkt nicht zu erwarten ist", sagt Dr. Richard Leutner, Leitender Sekretär im ÖGB, zu dem von Minister Bartenstein vorgestellten Modell einer Niedriglohnförderung.++++

"Es ist nicht einzusehen, dass Arbeitgeber für von ihnen angebotene Stellen, die sie wegen zu niedrigere Entlohnung nicht besetzen können, auch noch aus öffentlichen Kassen eine Beihilfe bekommen", kritisiert Leutner. Wenn es dem Arbeitsmarktservice (AMS) gelingt, solche Stellen zu besetzen, ist das Problem des Unternehmens ohnehin gelöst. Das vorgestellte Modell kann jedenfalls nur dann akzeptiert werden, wenn gleichzeitig die damit verbundenen Sozialfallen für die Betroffenen beseitigt werden.

Besonders problematisch sei, dass diese Regelung auch für Jugendliche gelten soll. Es kann nicht Sinn machen, Unternehmen für die Beschäftigung von Jugendlichen im Niedrigstlohnbereich zu fördern, während dieselben Unternehmen gleichzeitig immer weniger zukunftsweisende Ausbildungsplätze anbieten oder gerade in denselben Wirtschaftsbereichen, für die das Modell der Niedriglohnförderung primär gedacht ist, wie beispielsweise im Handel, junge Menschen nach Abschluss der Lehre verstärkt auf die Straße gesetzt werden.

Leutner abschließend: "Gerade bei der Jugendarbeitslosigkeit zeigt sich, dass die ohnehin knappen Mittel des AMS wesentlich besser und erfolgreicher in Bildung und Ausbildung anstatt in McJobs investiert werden." (ew)

ÖGB, 12. August 2005 Nr. 485

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