ÖAMTC: Wie viel Auto kriegt man um 10.000 Euro

Billig ist nicht gleich billig: Sicherheits- und Komfort-Extras bieten nicht alle Autos im untersten Preissegment

Wien (OTS) - Der Markt für Autos um maximal 10.000 Euro ist dieses Jahr richtig in Bewegung geraten. Von Citroen über Ford bis VW gibt es preisgünstige Neuwagen meist schon um einen vierstelligen Euro-Betrag. Auch wenn das Budget klein ist, sollte das Design des Wagens ansprechend, die Sicherheit maximal und ein bisschen Komfort vorhanden sein. Wie viel Auto kriegt man eigentlich um 10.000 Euro? Der ÖAMTC wollte es genau wissen und hat das Angebot am heimischen Neuwagenmarkt unter die Lupe genommen. "Es zeigt sich, dass 95 Prozent der Fahrzeuge den vom ÖAMTC auch in dieser Preisklasse geforderten Mindeststandard aufweisen, nämlich ABS, Airbags, Kopfstützen, Scheibenbremsen und Dreipunkt-Gurte", sagt ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl. "Mehr Sicherheits- und Komfort-Extras gibt es sonst meist nur gegen Aufpreis."

17 Neuwagen (dreitürige- und fünftürige Modelle) stellten sich dem ÖAMTC-Preisduell:
Chevrolet Matiz 0,8 SE
Chevrolet Kalos 1,2 S
Citroen C1 1,0 Attraction
Daihatsu Cuore 1,0 Top
Fiat Panda City 1,1
Fiat Punto 1,2 Italia
Ford Ka 1,3 Crystal
Hyundai Atos 1,1 Active
Hyundai Getz 1,1 Flair
KIA Picanto 1,0 Hot
Lada 2110 GLi
Renault Twingo 1,2
Skoda Fabia Happy
Smart fortwo coupe pure
Suzuki Alto 1,1 GL
VW Fox 1,2
Toyota Aygo 1,0

Einige Fahrzeuge punkten mit recht unterschiedlichen Stärken. So bietet beispielsweise der VW Fox (9.890 Euro) in der 10.000-Euro-Preisklasse den größten Innenraum und wartet mit einer Reihe von optionalen Ausstattungsdetails auf, die üblicherweise nicht einmal in der Kompaktklasse Serie sind. So kann der Wagen für ein bisschen mehr Geld mit allen nur erdenklichen Extras ausgestattet werden, wie z.B. ESP, ASR, Bremsassistent, Seitenairbags oder Zentralverriegelung. Ein echtes Zuckerl hält der Ford Ka bereit: Im "Kampfpreis" von 8.990 Euro ist sogar schon die Klimaanlage serienmäßig inklusive. Extras, wie z.B. Seitenairbags oder Zentralverriegelung mit Fernbedienung kann der Neuwagen-Käufer um zusätzliche 1.000 Euro erwerben, er bleibt aber trotzdem unter 10.000 Euro.

Das Schlusslicht im Ausstattungs-Ranking bildet eindeutig die Marke Lada mit dem Modell 2110 GLi (9.807 Euro). "In der mageren Serienausstattung sind weder ABS noch Servolenkung, geschweige denn Fahrer- und Beifahrerairbag enthalten", kritisiert Kerbl.

Resümee des ÖAMTC-Technikers: Was die Ausstattung der 10.000-Euro-Autos betrifft, bekommt man in den meisten Fällen schon für die schmale Brieftasche einen relativ hohen Sicherheits-Standard geboten, wie beispielsweise ABS oder Airbags für Fahrer und Beifahrer. Mit ein bisschen Verhandlungsgeschick beim Autokauf kann man auch noch mehr Extras, wie elektrische Fensterheber oder Zentralverriegelung, herausschlagen und trotzdem unter 10.000 Euro bleiben.

Eine ausführliche Liste aller Ausstattungsdetails gibt es auf der Homepage des Clubs unter http://www.oeamtc.at/.

Klein, aber trotzdem auch sicher

Einige "Schnäppchenautos" zeigen auch, dass ein hohes Sicherheitsniveau zu einem günstigen Preis sehr wohl möglich ist. Vier von fünf möglichen Sternen im ÖAMTC-Crashtest schafften sowohl der VW Fox als auch der Citroen C1. Andere bisher gecrashte Autos -das sind Smart fortwo, Fiat Panda, Ford Ka und KIA Picanto -enttäuschten mit mittelmäßigen drei Sternen. "Als gefährlich ist kein einziges einzustufen. Die Vier-Sterne-Sicherheit muss aber jedenfalls auch im untersten Preissegment Standard werden", stellt Kerbl fest. Da Peugeot Citroen (PSA) und Toyota ihre drei neuen Kleinwagen für den europäischen Markt gemeinsam entwickelt haben, geht ÖAMTC-Techniker Kerbl davon aus, dass neben dem guten Ergebnis des Citroen C1 auch der Toyota Aygo (ab September 2005) und der Peugeot 107 (erst ab 2006) in Bezug auf die Sicherheit passabel abschneiden werden.

Welches 10.000-Euro-Auto sich auch günstig fährt

Unter 10.000 Euro darf man sich kein Dieselauto erwarten. Das wird mit der ÖAMTC-Aufstellung der derzeit verfügbaren Modelle klar. Warum das so ist, erklärt sich fast von selbst: "Diesel sind in dieser Klasse überhaupt kein Thema, weil die Herstellungskosten eines Diesel-Motors weit über denen eines Benziners liegen", sagt Kerbl.

Aber auch beim Verbrauch gibt es bei den Fahrzeugen im Preisduell Unterschiede: Mit nur 4,6 Litern Superbenzin auf 100 Kilometer ist der Citroen C1 ein sparsames Modell. Der Smart fortwo braucht 4,7 Liter Superbenzin, der Daihatsu Cuore mit 4,8 Litern Normalbenzin nur etwas mehr. Ganz unten im Verbrauchs-Ranking steht auch hier der Lada 2110 GLi mit einem Verbrauch von 7,3 Litern Normalbenzin auf 100 Kilometer.

"Zusammengefasst lässt sich sagen, dass billig nicht gleich billig ist. Auf den zweiten Blick trennt sich die Spreu vom Weizen. Wer vergleicht, findet die echten Talente in Bezug auf Ausstattung, Sicherheit und auch Verbrauch heraus", sagt Kerbl.

Schwer zu vergleichen: Ein Gebrauchtwagen in der 10.000-Euro-Klasse

"Die kleinen, günstigen Neuwagen sprechen eine ganz eigene Käuferschicht an", sagt Kerbl. Das sind z.B. Familien, die ein günstiges, vernünftiges Zweitauto wollen. Ganz anders schaut die Sache aus, wenn ein Erstauto für die Familie benötigt wird, aber auch nur 10.000 Euro zur Verfügung stehen. Dann kann der günstige Neue auch ein Gebrauchter sein. "Ein zirka siebenjähriges Auto mit viel Raumangebot und einem Tachostand von etwa 100.000 Kilometern würden um diesen Betrag zu kriegen sein", sagt der ÖAMTC-Techniker. "Die Beweggründe, die für einen preiswerten Neuen oder einen Gebrauchten sprechen, sind aber unterschiedlich, das Angebot daher nur schwer zu vergleichen."

(Schluss)
ÖAMTC-Pressestelle/Elvira Oberweger

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