AKNÖ-Staudinger fordert Taten statt Gipfel

Arbeitslosigkeit sinkt nicht durch Kombilöhne

Wien (AKNÖ) (OTS) - "Nicht ganz nachzuvollziehen" sind für AKNÖ-Präsident Josef Staudinger die Aussagen der Regierung, wonach 150.000 Jobs geschaffen worden sein sollen. "Wenn dem so wäre, dann wären wir im EU-Vergleich der Arbeitslosenzahlen nicht zurückgefallen", so Staudinger. Der AKNÖ-Chef kritisiert, dass die bisherigen Arbeitsmarktgipfel keinesfalls zu mehr Beschäftigung führen bzw. geführt haben. In Niederösterreich beispielsweise steigt die Arbeitslosigkeit ständig: Ende Juli waren fast 43.000 Menschen beim AMS vorgemerkt.****

Das größte Problem der österreichischen Wirtschaft ist die mangelnde Nachfrage der Konsumenten. "Das wird sich aber in den kommenden Monaten nicht ändern", verweist der AKNÖ-Chef auf die Berechnungen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institutes (WSI), wonach in Österreich die Reallöhne um lediglich 0,2 % steigen werden. Im EU-Durchschnitt wird die Steigerung jedoch zwischen 0,8 % und 0,9 % betragen. "Bis jetzt wurden lediglich Maßnahmen gesetzt, die zu massiven Entlastungen der Unternehmen geführt haben, ohne dass es zur erwünschten Konjunkturbelebung und Entspannung am Arbeitsmarkt gekommen sei", sagt Staudinger und fordert eine Ausweitung der Negativsteuer für KleinverdienerInnen, um die Konjunktur zu beleben. Zusätzlich fordert der AKNÖ-Präsident mehr Investitionen in Bildung und Qualifizierung: PflichtschulabsolventInnen hätten ein drei mal höheres Arbeitslosigkeitsrisiko im Vergleich zu Personen mit Lehrabschluss.

Mehr Beschäftigung könnte in einigen weiteren Bereichen geschaffen werden: Mehr Ganztagsschulen und ganztägige Kinderbetreuung in Horten und Kindergärten würde sowohl zusätzliche Beschäftigung schaffen, als auch den beruflichen Wiedereinstieg von Eltern, besonders Müttern, erleichtern. Direkte positive Auswirkungen auf die Beschäftigung hätten auch Mittel für den Ausbau von öffentlichem Verkehr und die längst fälligen Verkehrsverbindungen in die neuen EU Mitgliedsstaaten. "Außerdem könnten mehr PendlerInnen auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen, was angesichts derzeitiger Treibstoffkosten eine große finanzielle Erleichterung wäre", so Staudinger.

Das Modell der Kombilöhne sei wie geschaffen, um Unternehmen noch mehr zu subventionieren. Das sei anhand eines Beispieles erklärt:
Eine Verkäuferin verdient zum Beispiel 1000 Euro. Was liege also näher, als jemand einzustellen, der arbeitslos ist und für den das Unternehmen dann statt 1000 Euro nur mehr 650 Euro zahlen muss, weil der Rest vom Staat finanziert wird? "Dadurch sinkt die Arbeitslosigkeit nicht, sondern es kommt zwangsläufig zum Lohndumping", erklärt AKNÖ-Präsident Staudinger.

"Der Gipfel sind genug, jetzt müssen Taten folgen", fordert AKNÖ-Präsident Staudinger abschließend.

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