Kombilohn: Neue Zukunfts-Chance für jüngere und ältere Langzeitarbeitslose

Leitl begrüßt Vorschlag für ein neues Kombilohnmodell von Bundesminister Bartenstein - Vorteil für niedrig-qualifizierte Arbeitnehmer, Entlastung für Arbeitgeber

Wien (PWK613) - "Angesichts der schwierigen Lage auf dem Arbeitsmarkt sind zusätzliche Anreize zur Schaffung neuer Arbeitsplätze im Niedriglohnbereich dringend nötig. Deswegen hat die Wirtschaftskammer Österreich bereits im Juni 2005 anlässlich der Präsentation ihres "Konjunkturpakets made in Austria" das Easy-Job-Modell vorgestellt, welches eine Kombination aus Lohn-Zuschuss für Arbeitnehmer und Anreiz für Arbeitgeber zur Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze darstellt", begrüßt WKÖ-Präsident Christoph Leitl die heute von der Regierung vorgestellte "Innovation am österreichischen Arbeitsmarkt":
"Besonders erfreulich dabei ist, dass Bundesminister Bartenstein nun in sein Kombilohn-Modell
wesentliche Elemente des Wirtschaftskammermodells aufgenommen hat."

Ebenso wie das Easy-Job-Modell der WKÖ enthält das Bartenstein -Modell einen Zuschuss für Arbeitnehmer bei Annahme von Jobs im unteren Einkommensbereich, die bislang aufgrund der zu geringen Differenz zwischen Arbeitslosengeld und dem erzielbaren Einkommen nicht besetzt werden konnten.
Als Anreiz für den Arbeitgeber ist ein Zuschuss in Höhe von 15% zum Bruttolohn vorgesehen. Dieser Zuschuss zur Senkung der Lohnnebenkosten von 40 auf 25 Prozent soll die Bereitschaft von Arbeitgebern erhöhen, bei angespannter Konjunktur dennoch zusätzliche Arbeitsplätze anzubieten.

Dieses doppelte Anreizsystem soll nun bei Jobs bis zu ca. 1000 Euro greifen. In diesem Punkt ist das Bartenstein-Modell weiter gefasst, als das Easy-Job-Modell der Wirtschaftskammer. Dieses hatte das doppelte Anreizsystem nur bis zur doppelten Geringfügigkeitsgrenze (Euro 647,--) beinhaltet. "Wir begrüßen diese Erweiterung, da bei der Grenze von 1000 Euro das Kombilohnmodell auch für Vollzeitbeschäftigung anwendbar wird", so Christoph Leitl.

Einverstanden ist die Wirtschaft auch mit der vorgesehenen Zielgruppe, nämlich langzeitbeschäftigungslose Ältere und Jugendliche, die länger als 6 Monate ohne Arbeit sind.

"Zusätzliche Kosten müssten durch dieses Modell nicht entstehen", so Leitl. "Wenn Personen, die auf der Grundlage eines Kombilohnes beschäftigt werden, sonst arbeitslos geblieben wären, kommt dies noch teurer." "Durch das neue Kombilohn-Modell könnten in einer ersten Phase rund 5000 Personen wieder Arbeit finden", schätzt Leitl.

Zu einer weiteren Verbesserung der Arbeitsmarktlage wäre unbedingt noch die bestehende Eingliederungsbeihilfe auszudehnen. Diese gewährt Arbeitgebern bei der Einstellung von Personen über 50, bzw. von Langzeitarbeitslosen, einen Zuschuss zu den Lohnkosten in Höhe von maximal 66% bis zu einem Maximalzeitraum von 2 Jahren. Im Jahr 2004 wurden 20.000 Personen mittels Eingliederungsbeihilfe gefördert. "2005 sollten mindestens 30.000 Personen mittels Eingliederungsbeihilfe in Beschäftigung gebracht werden", fordert Leitl. (RH)

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