AK und Konsumentenschutzministerium (BMSG) fanden Rückstände von Schädlingsgift in Obst und Gemüse

Drei Produkte überschritten sogar den Pestizid-Grenzwert

Wien (OTS) - Bei Obst und Gemüse wird mit Schädlingsbekämpfungsmitteln nicht gespart. Ein Stichproben-Test der AK und des Konsumentenschutzministeriums bei 60 Obst- und Gemüseproben in 20 Wiener Supermärkten zeigt: Weit über die Hälfte der Produkte (34) enthielt Pestizide in noch erlaubten Mengen, jedoch drei davon überschritten den zulässigen Grenzwert. Bei den restlichen 26 Produkten waren keine Pestizide nachweisbar, darunter zwei Bioprodukte. Eine AK Kontrolle im Jahr 2003 ergab bei elf von 29 Produkten nachgewiesene Pestizide. AK Konsumentenschützer Harald Glatz und Staatssekretär Sigisbert Dolinschek: "Wir werden weiterhin darauf schauen, dass gesetzliche Grenzwerte eingehalten werden."

Die 60 Produkte kamen aus Österreich (18) und dem Ausland (39), bei drei fehlte die Herkunftsangabe. Aus konventioneller Landwirtschaft waren 58 Proben: acht Paprika-, zwölf Gurkenproben, sieben Eisbergsalate, zwei Kopfsalate, elf Birnenproben, acht Trauben-, fünf Erdbeer-, zwei Himbeer-, je eine Ribisl-, Brombeer-und Heidelbeerprobe. Zwei Produkte stammten aus Biolandbau: Birnen-und Gurkenproben. Die Analyse führte die Lebensmittelversuchsanstalt Blaasstraße in Wien mittels Multimethode im Juni/Juli durch.

Bei 34 (fast 59 Prozent) der 58 konventionell hergestellten Produkte wurden Schädlingsbekämpfungsmittel über der Nachweisgrenze festgestellt. Davon wurde bei drei Produkten (fünf Prozent) der zugelassene Grenzwert überschritten, und zwar bei zwei Paprikaproben aus Ungarn (bis zum Achtfachen) und einer Erdbeerprobe aus Deutschland (das Fünffache des Grenzwertes). Bei 14 Produkten wurde jeweils ein Schädlingsbekämpfungsmittel, bei 20 bis zu vier Pestizide am Produkt geortet. Bei den restlichen 24 Produkten waren keine Pestizide nachweisbar. Und: Auch bei den zwei Waren aus biologischer Landwirtschaft (Gurke und Birne) waren keine Pestizide nachweisbar.

Produkte österreichischer Herkunft waren seltener (rund 28 Prozent) belastet als ausländische (75 Prozent). "Insgesamt ist das Ergebnis nicht besorgniserregend, allerdings muss durch verstärkte Kontrollen und wirksame Sanktionen sichergestellt werden, dass Grenzwertüberschreitungen hintangehalten werden", sagen Dolinschek und Glatz.

Auch bei den AK Tests im Jahr 2002 und 2003 wurden bei Obst und Gemüseproben ebenfalls Pestizide gefunden. So wurden im Jahr 2002 bei drei Viertel der 50 Proben Rückstände festgestellt. Die AK Kontrolle im Jahr 2003 ergab bei elf der 29 Produkte nachgewiesene Pestizide. Grenzwertüberschreitungen wurden damals nicht festgestellt.

Das Gesundheitsministerium muss sicherstellen:
+ verstärkte Kontrollen und kostenpflichtige Nachkontrollen bei festgestellten Mängeln,
+ Überprüfung geltender Grenzwerte, wenn Pestizide hormonelle Wirkungen aufweisen,
+ Veröffentlichung von Untersuchungsergebnissen und "Wiederholungstätern".

SERVICE: Die Erhebung ist unter www.konsumentenschutz.at oder www.bmsg.gv.at.

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