Österreichische Ärztekammer fordert mehr Mittel für optimale Versorgung

Versorgungsengpässe bei chronisch und Schwerkranken "beschämend für Sozialstaat"

Wien (OTS) - Der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Dr. Reiner Brettenthaler und der Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte in der ÖÄK, Dr. Harald Mayer, haben vor Versorgungsengpässen in den österreichischen Spitälern gewarnt und zusätzliche Mittel für moderne Therapien eingemahnt. Mittelfristig gehe daran kein Weg vorbei, wenn man sich die rasanten Fortschritte in der Spitzenmedizin ansehe, erklärten die Ärztevertreter in einer Aussendung am Donnerstag.

In diesem Zusammenhang kritisierte ÖÄK-Präsident Reiner Brettenthaler, es sei "in höchstem Maß beschämend für den Sozialstaat", dass die Budgets für optimale Krebs-, Diabetes-, Herz-oder Rheumatherapien nach dem Letztstand der Medizin in den Spitälern offensichtlich nicht ausreichten. Brettenthaler: "In einem so wohlhabenden Staat wie Österreich sollte nicht der leiseste Zweifel aufkommen, dass Schwerkranke die modernsten Therapien erhalten. Die Gesundheitspolitik ist angehalten, für angemessene Budgets zu sorgen und sich nicht mit fadenscheinigen Argumenten aus der Verantwortung zu stehlen."

Es sei "unwürdig, wenn international renommierte Spitzenmediziner um ausreichende Budgets für eine optimale Versorgung Schwerkranker feilschen müssen", betonte auch der Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte, Mayer. "Hier zeigt sich, dass die Kontingentierung von Leistungen in Wirklichkeit ein Deckmantel für Leistungskürzungen ist", so Mayer. "Kommt nicht mehr Geld ins System, ist die Zwei-Klassen-Medizin im Bereich der Medikamente und Heilmittel nur noch eine Frage der Zeit."

In diesem Zusammenhang warnte der Kurienobmann die Gesundheitspolitik, den "Schwarzen Peter für fehlende finanzielle Mittel über eine immer strengere Budgetierung indirekt den Ärzten zuzuspielen und sich so aus der Schusslinie zu nehmen." Mayer: "Wir haben dieses Spiel schon bei der Entstehung der Medizinischen Universitäten beobachtet, die mit viel zu wenig Geld ausgestattet wurden, um den hohen Erwartungen, die in sie gesetzt werden, gerecht zu werden." Es gehe nicht an, dass den Ärzten indirekt nun auch noch das soziale Risiko für den steigenden medizinischen Fortschritt und die zunehmende Lebenserwartung aufgebürdet werde und ausreichende Mittel nur noch über höchsten persönlichen Einsatz zu erwirken seien. "Dieses Spiel werden wir Ärzte sicher nicht mitmachen", betonte Mayer abschließend.

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