Tierquälerischer Fallenfang für Krähen erlaubt!

Land NÖ ignoriert Gutachten - Österreichischer Tierschutzverein erhebt Einspruch

Wien (OTS) - Nun geht es auch den Krähen legal an den schwarzen Kragen! Der Landtag von Niederösterreich will es so.

Im Zuge der Jagdrechtsnovelle werden Krähen zu Schädlingen erklärt und deren Lebendfang mit Fallen in Aussicht gestellt. Doch die Gründe seitens der Jägerschaft, die den Fang rechtfertigen sollen, sind nicht triftig. Man wirft den Krähen vor, dass sie massiv am Rückgang der Singvögelpopulation und des Niederwildes beteiligt sind.

Gutachten widersprechen dem jedoch eindeutig:

So etwa besteht das Nahrungsspektrum von Elster und Rabenkrähe nach einem Gutachten der Universität Mainz zu etwa 90% aus "oberirdisch lebenden Gliederfüsslern" und zwischen 0,1% und 0,2% aus Jungvögeln und Vogeleiern - Niederwild konnte überhaupt nicht nachgewiesen werden.

Ein großer Kritikpunkt ist ferner, dass die Krähenfalle keineswegs selektiv ist. Gutachten machen deutlich, dass die verwendete "Norwegische Krähenmassenfalle" zahlreiche weitere Vogelarten fängt, etwa Eulen und Greifvögel. Sogar innerhalb der Gattung der Krähen wird nicht selektiv gefangen, auch die unter Schutz stehende Saatkrähe ist betroffen.

Krähenfallen sind zudem nachweislich tierquälerisch, die Tiere verletzen sich unter Stress in der Falle und werden letztendlich vom Jäger erschlagen, dabei wird oft keine Unterscheidung zwischen geschützter Saatkrähe und anderen Krähenvögeln gemacht.

Mit dem neuen Gesetz begeht das Land NÖ zudem auch eine EU-Vertragsverletzung. So verstößt das neue Gesetz gegen die EU-Vogelschutzrichtlinie, nach der sämtliche Mittel, Einrichtungen oder Methoden der Jagd, Fang oder Tötung von Vögeln untersagt sind, mit denen Vögel in Mengen oder wahllos gefangen oder getötet werden. Eine entsprechende schriftliche Warnung der EU Kommission gibt es bereits.

Der Österreichische Tierschutzverein hat aus obigen Gründen Einspruch gegen das Gesetz erhoben und eine Petition an das Europäische Parlament verfasst. Ein Alleingang Österreichs zum Nachteil der Tierwelt darf nicht legalisiert werden.

Rückfragen & Kontakt:

Marion Löcker
Österreichischer Tierschutzverein
01/8973346

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