Krebstherapie: Lackner warnt vor Zwei-Klassen-Medizin und fordert von Rauch-Kallat Antworten

Ministerin will ihre Verantwortung abschieben - Geld für Krebstherapien fehlt - Rauch-Kallat unternimmt nichts

Wien (SK) "Anstatt in Kindergärten für Fast-Food zu werben, sollte Gesundheitsministerin Rauch-Kallat endlich ihre Verantwortung als Gesundheitsministerin wahrnehmen", so SPÖ-Gesundheitssprecher Manfred Lackner zum Aufschrei führender Mediziner, dass lebensnotwendige Krebstherapien künftig nicht mehr finanzierbar sein könnten. "Die Ärzte selbst warnen schon vor einer Zwei-Klassen-Medizin. Es kann doch nicht sein, dass die Heilungschancen und das Leben von Krebspatienten künftig von ihrem Einkommen und privaten Krankenversicherungen abhängen. "Es ist Rauch-Kallats Verantwortung, für ein funktionierendes Gesundheitswesen in Österreich zu sorgen. Es geht nicht an, dass die Ministerin diese Verantwortung einfach abschiebt. Sie muss sich daher umgehend mit den Ländern zusammensetzen, um die Finanzierung der bestmöglichen Krebstherapie für alle Patienten in Österreich sicherzustellen", so Lackner am Mittwoch. ****

Der renommierte Krebsspezialist und Klinik-Vorstand Prof. Christoph Zielinski warnt vor einem Finanzkollaps der Krebsbehandlung in Österreich. Biete die Gesundheitspolitik nicht bald eine Lösung der Kostenfrage an - neueste medikamentöse Krebstherapien bringen sensationell gute Therapieergebnisse und erhöhen die Überlebensraten signifikant, sind aber enorm teuer - so drohe "eine unzureichende Versorgung der Betroffenen und/oder Spitäler werden nicht mehr zahlungsfähig sein", so die Warnung des Mediziners. Schon im April 2004 hatte der Präsident der österr. Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie, Prof. Dieter Lutz, Alarm geschlagen: "Wir brauchen eine politische Entscheidung über die Finanzierung der modernsten medikamentösen Krebstherapien in den Spitälern. Ich habe Gesundheitsministerin Rauch-Kallat vor zwei Monaten einen Brief geschrieben und bisher keine Antwort erhalten", zitierte Lackner. Ähnlich gewarnt hatten auch die Onkologie-Spezialisten Ernst Kubista (Uni-Frauenklinik) und Heinz Ludwig (Wilhelminenspital).

"Die Reaktion von Rauch-Kallat auf die Warnungen der Mediziner war bisher Null. Es wird auf Kompetenzen und Zuständigkeiten verwiesen. Davon haben aber die PatientInnen nichts", kritisiert Lackner. "Anstatt lapidar mit 'überall ist es eng' die Warnungen abzuschmettern, sollte Rauch-Kallat endlich ihren Job als Gesundheitsministerin tun und sich mit den Ländern Lösungen zur Finanzierung überlegen. (Schluss) ah

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