ARBÖ: Selbst Online-Versicherer lehnen jugendliche Führerscheinanfänger ab

Wien (OTS) - Nur sieben Kfz-Haftpflichtversicherungen akzeptieren 18-jährige Führerscheinneulinge uneingeschränkt als Kunden. So lautet das Ergebnis bei Befragung von 18 Kfz-Haftpflichtversicherungen im aktuellen ARBÖ-Versicherungsvergleich.

Weitere sechs Versicherungen versichern diese Gruppe nur gegen Auflagen (höhere Selbstbehalte, Risikoprüfungen oder Prämienzuschläge). Weitere fünf Versicherungen lehnen 18-Jährige als Kunden für die Kfz-Haftpflichtversicherung überhaupt ab.

Das Überraschende dabei: Unter den Versicherungen, die Jugendliche erst ab 23 Jahren als Kunden nehmen, befinden sich auch die Online-Anbieter Züritel und Wiener Städtische. Diese schließen Verträge erst ab 23 Jahren (Züritel) bzw. 24 Jahren (Wiener Städtische) ab.

Die sonst recht günstigen Online-Anbieter winken geradezu ab. Wenn man bedenkt, dass gerade die Jugendlichen das Internet als Informations- und Einkaufsmöglichkeit nutzen, ist das eine erstaunliche Kundenstrategie.

Zur Gruppe der "Verweigerer" gehören weiterhin VAV und HDI Hannover Versicherung und neuerdings die Kärntner Landesversicherung (KLV).

"Da sich die Unfälle der 18-jährigen LenkerInnen im Jahr 2004 erfreulicherweise um 7,8 Prozent verringert haben, wäre es an der Zeit, auch die Versicherungskonditionen für diese Gruppe zu verbessern und sie nicht weiter zu verschärfen", kritisiert ARBÖ-Generalsekretär Dr. Rudolf Hellar. Führerscheinneulinge absolvieren nach der Fahrprüfung noch ein Fahrsicherheitstraining, ein verkehrspsychologisches Gespräch und zwei Perfektionsfahrten. Ihre Ausbildung ist wesentlich besser als je zuvor.

Sich im Versicherungsangebot umfassend zu informieren, ist keine leichte Sache. "Wir raten dringend davon ab, nur auf die Prämie zu sehen. Wichtig ist es auch zu wissen, welche Art von Schutz man wirklich braucht und welche Leistungen man von der Kfz-Haftpflichtversicherung für sein Geld erhält", stellt Dr. Hellar fest.

Der ARBÖ hat sieben Tipps auf dem Weg zum Versicherungsabschluss zusammengestellt.

  • Familien-/Topkundenbonus: Es zahlt sich aus, sich bei den Eltern umzuhören: Dreiviertel aller Versicherungen bieten einen Nachlass von 5 bis sogar 30 Prozent, wenn im Haushalt oder auch in der Familie bereits andere Versicherungsverträge abgeschlossen wurden. Das können auch Haushalts- oder Lebensversicherungen sein.
  • Zuschläge für jugendliche Lenker dauern nicht ewig Drei von zehn Versicherungen haben erhöhte Versicherungsprämien für jugendliche Lenker. Diese fallen meist ab dem 24. Geburtstag weg. Der Wegfall ist eigens zu beantragen. Es lohnt sich daher, bei der Versicherung nachzuhaken.
  • Risikoprüfungen Mehr als die Hälfte aller Versicherungen führen vor Abschluss einer Kfz-Haftpflichtversicherung eine Risikoprüfung durch. Für ein Auto mit weniger PS findet man leichter eine Versicherung als mit einem Auto über 90 PS. Mädchen mit einem 90 PS-VW Golf (wie im ARBÖ-Fallbeispiel) können so eine Risikoprüfung noch am ehesten vermeiden.
  • Regional unterschiedliche Prämienberechnung Generali und UNIQA sind dazu übergegangen, die Prämien für städtische und ländliche Gegenden unterschiedlich zu berechnen. In Ballungszentren lebende Jung-Autofahrer müssen daher mit einer um 5 bis 10 Prozent höheren Versicherungssumme rechnen.
  • Schadensersatzbeiträge/Selbstbehalt Bei Allianz und Donau hat man nach einem Unfall mit einem fix festgelegten Schadensersatzbeitrag zu rechnen. Dieser reicht von 350 bis 700 Euro (je nach Alter und Versicherung).
  • Bonuszahlungen bei Mehrphasen-Fahrausbildung Donau, UNIQA, Generali, Raiffeisen, SK und Wiener Städtische belohnen unfallfreifahrende Mehrphasen-Führerscheinbesitzer mit einer Bonuszahlung von 100 bis 110 Euro. UNIQA, Raiffeisen und Wiener Städtische bieten Jugendlichen einen doppelten Vorteil: sie verlangen keine wie immer gearteten Prämienzuschläge und gewähren auch noch den Mehrphasenbonus.
  • Bonus für weibliche Lenker Bei Zürich, Allianz, UNIQA, Generali und Raiffeisen bekommt eine Frau 5 bis 10 Prozent-Nachlass. Dieser ist in unserem Fallbeispiel auch berücksichtigt worden.

Versicherungsabschluss ist wie folgt möglich:

* Uneingeschränkt möglich bei Wüstenrot, Oberösterreichische, Vorarlberger Landesversicherung, Raiffeisen, Zürich, Wiener Städtische und UNIQA

Mit Auflagen bei Donau, Tiroler Landesversicherung, Generali, Allianz, Anker und SK.

Der Jugend ablehnend gegenüber stehen VAV, HDI Hannover Versicherung und Kärntner Landesversicherung.

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