Wiener Bildungsnetz: 21 Mio. Euro für die Zukunft der Kinder

Wien (OTS) - Heute, Dienstag, präsentierten Vizebürgermeisterin Grete Laska und LAbg. Barbara Novak, Vorsitzende ICE-Vienna, im Rahmen des Mediengesprächs des Bürgermeisters die aktuellen Aktivitäten der Stadt Wien im Bildungsbereich. Sie ermöglichen eine zeitgemäße Aus- und Weiterbildung der Kinder und Jugendlichen trage so auch zum wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt bei. Der Stadt Wien war und ist es ein Anliegen, zeitgemäße Bildung ohne soziale bzw. ökonomische Zugangsbarrieren allen Kindern und Jugendlichen zu ermöglichen. Vizebürgermeisterin Grete Laska hat daher bereits 1997 das Wiener Bildungsnetz ins Leben gerufen. Damals wurden in einem österreichweit einmaligen und auf europäischer Ebene vorbildhaften Projekt sämtliche ca. 400 öffentliche Pflichtschulen (Volks-, Haupt-, Sonder- und Polytechnische Schulen bis hin zu Berufs- und Fachschulen sowie das Pädagogische Institut) mit einer zukunftsorientierten Endgeräteausstattung, Objektnetzinfrastruktur, einem Intranet und Internetanschlüssen versorgt. Vizebürgermeisterin Grete Laska: "Die Stadt Wien hat kürzlich beschlossen, diese Geräteversorgung zu erneuern. Wir haben daher ein Investitionsvolumen von insgesamt 21 Mio. Euro zur Verfügung gestellt, um die Geräte für die Wiener Kinder und Jugendlichen auf den neuesten Stand der Technik zu bringen." Bis zum Jahr 2007 sollen die derzeitigen EDV-Gerätschaften in den öffentlichen Pflichtschulen durch modernes, den heutigen pädagogischen und technischen Anforderungen entsprechendes Equipment ersetzt werden. Derzeit läuft eine Ausschreibung. "Ziel der Initiative war und ist", so Laska weiter, "die sinnvolle Integration von Kommunikationstechnologien in den Wiener Bildungsbereich. Kinder und Jugendliche sollen damit die Technologien kennen lernen können und lernen, damit umzugehen."****

Größter Contentlieferant des Bildungsservers: ICE-Vienna

Hinsichtlich der Inhalte, die in diesem Bildungsnetz geboten werden, war bereits seit dem Jahr 1997 der Verein ICE-Vienna (Internet Center of Education), ein Verein zur Förderung von medienpädagogischen Aktivitäten im schulischen und außerschulischen Bereich, unterstützend dabei. LAbg. Barbara Novak, Vorsitzende des ICE-Vienna: "Heute ist der Verein der größte Contentlieferant, Betreuer und Berater des Wiener Bildungsservers. Und in den Wiener Schulen mittlerweile perfekt positioniert: ICE-Vienna fungiert mit der Plattform www.kidsweb.at als Startseite in allen Pflichtschulen und ist inzwischen ein wesentlicher Bestandteil des Schulalltages, sowohl für die Kinder, als auch für die LehrerInnen.

Im Jahr 2005 konnten auf dem Lehrerweb im Durchschnitt 80.000 BesucherInnen pro Monat verzeichnet werden, Höhepunkt waren im April 280.000 Visits. Im Kidsweb wurden 2005 durchschnittlich 100.000 BesucherInnen mit 240.000 Visits registriert.

Die Kinder können sich über das kidsweb in den Unterrichtseinheiten Informationen holen, und pädagogische Internetspiele spielen oder in ihrer Freizeit mit anderen SchülerInnen oder auch Prominenten (wie z.B. Kinderbuchautor Thomas Brezina) chatten u.v.m. Die PädagogInnen können sich sowohl im kidsweb als auch im Lehrerweb Informationen abholen, Unterrichtsmaterialien abrufen oder uploaden.

Medienpädagogik und E-Learning

Zentrale Bestandteile von Medienpädagogik, bei der es einerseits um die sinnvolle Nutzung von und um den Umgang mit Medien geht und die andererseits gestützt auf Ergebnisse der Medienwirkungsforschung medienerzieherische Ansätze entwickelt, sind Mediendidaktik und Medienerziehung. Mediendidaktik untersucht die Nutzung von Medien in Lehr- und Lernprozessen mit dem Ziel, neue Qualitäten des Lernens und Lehrens für Bildung zu ermöglichen. Medienerziehung beschäftigt sich stärker mit möglichen Risiken bzw. Vor- und Nachteilen der Mediennutzung, hier auch im Bereich des Internets.

Unter E-Learning versteht man das Lernen unter Einbeziehung elektronischer Kommunikationsmittel und verschiedener Publikationsformen. CBT (computer based training) ist die bekannteste und meistgenutzte Lernform. CBT bezeichnet Lernprogramme, die von den Lernenden zeitlich und räumlich flexibel genutzt werden können und bei dem die einzelnen Lernenden nicht in direktem Kontakt mit den Lehrenden und anderen Lernenden stehen. Mit E-Learning, das multimedial, interaktiv und kommunikativ ist, können daher sämtliche Vorteile moderner Informationstechnologien genutzt werden - und das völlig unabhängig von Zeit, Raum und dem Alter. Darüber hinaus kann das Programm dem jeweiligen Tempo der Lernenden individuell angepasst werden.

E-Learning erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Laut einer Studie der Economist Intelligent Unit (EIU) des britischen Wochenmagazins "The Economist" ist Österreich fit fürs E-Learning. Mit dem Wert von 7,49 (von 10 erreichbaren Punkten) nimmt es Rang 15 unter 60 untersuchten Ländern ein.

Beginnend bei den Kleinsten bis zur Weiterbildung im Berufsleben ermöglicht das raum- und zeitunabhängige Lernen des E-learning eine permanente maßgeschneiderte (Weiter)Bildung. Damit ist es eine sinnvolle Unterstützung im Lernprozess und eine Ergänzung zu traditionellen Bildungsformen. Denn die optimale Lösung für lebenslange Fortbildung ist eine Kombination von betreutem Lernen und flexiblem Lernen durch E-learning. E-Learning kann sich nur dann weiterentwickeln, wenn Didaktik, Mediendidaktik bzw. Medienpädagogik, Organisation, Methodik und Inhalte professionell geplant und umgesetzt werden. Für den Wiener Bildungsserver übernimmt dies der Verein ICE Vienna, der derzeit vier Zielgruppenplattformen im Internet betreibt:

o http://www.kidsweb.at/
o http://www.lehrerinnenweb.at/
o http://www.elternweb.at/
o http://www.ixlarge.at/

Im Sommer wurden bzw. werden einige Angebote einem Relaunch unterzogen:

http://www.kidsweb.at/ - Europas größte pädagogisch betreute Kindercommunity

Das Kidsweb ist Europas größte pädagogisch betreute Kindercommunity, in deren Rahmen die Kinder auf spielerische Art und Weise den Umgang mit elektronischen Medien lernen, aber auch wichtige Inputs für den Unterricht abrufen können. Das Kidsweb wird auch in der Freizeit sehr intensiv genutzt. Freizeittipps, Spiele, Wissenswertes, betreute Chats, etc.

Die Site wurde nun mit Hilfe von MedienexpertInnen, PädagogInnen, aber auch mit der Zielgruppe selbst - den Kindern -relauncht und präsentiert sich jetzt mit noch mehr features und in einem neuen, zeitgemäßen und ansprechenden Layout. Auf dem Wiener Donauinselfest wurde die Seite mit dem einzigartigen KidsWeb-Elchtest von den Kindern und Jugendlichen auf Usability überprüft. Mehr als 2000 Kids testeten unsere Seite und artikulierten ihre Wünsche und Bedürfnisse die in den Relaunch eingearbeitet wurden.

Kurzer Auszug der neuesten Inhalte

In der weiterentwickelten Welt von A-Z finden die Kinder Antworten auf wichtige Fragen des täglichen Lebens, von A wie Affe bis Z wie Zebra. Der Textbasar bietet Buchbeschreibungen, Referate von Kindern für Kinder, Scherze und Reime sowie eine Fortsetzungsgeschichte von Kids geschrieben, die auch beurteilt werden kann, u.v.m. Schwerpunkt sind weiters Hinweise auf österreichische KinderbuchautorInnen und auf Berufsmöglichkeiten im Zusammenhang mit Büchern. Im Aktivbereich gibt es die Anleitung zum Buchbasteln, Experimente, Basteltipps für alle Gelegenheiten, einen eigenen Küchenbereich mit Rezepten für Kids u.v.m.
Dieser Bereich Stadt - Land…. informiert über Österreich, seine Bundesländer und die Landeshauptstädte. Neben den wichtigsten Informationen für den Unterricht findet sich hier auch die Rubrik "Was tut sich bei mir in der Umgebung". Alle wichtigen Informationen rund um "alte" und "neue" Medien, also Zeitung, Radio und Fernsehen, Kino, Fotografie und Internet, Handy und MP3 werden im Medien-Mix präsentiert. Auch Sicherheitsregeln und der Umgang mit dem Medium Internet werden hier spielerisch erlernt.
Alle Bereiche beinhalten partizipative Ansätze - also aktive Mitgestaltungsmöglichkeiten. Durch das Web begleitet GIBO - eine roboterähnliche Figur.

Ein Highlight ist der neue Vorschulbereich, dessen Konzeption für die MedienpädagogInnen eine besondere Herausforderung darstellte. Hier werden altersadäquate Spiele und Übungen angeboten, Geschichten und Märchen vorgelesen und Kinderlieder vorgesungen. In der nächsten Stufe werden hier auch alle Navigationsbefehle akustisch wiedergegeben, alle Bereiche sind farblich gekennzeichnet und mit Symbolen hinterlegt.

http://www.lehrerinnenweb.at/ - Hilfestellung für alle Wiener LehrerInnen

Das LehrerInnenweb bietet allen PädagogInnen Hilfestellungen, Services, Spaß, Informationen und spannende Themen zum Nachlesen, damit der LehrerInnenalltag einfacher und abwechlsungsreicher wird. Teachers Informations on Demand, kurz TID, ist die Klammer aller Angebote und bringt zum Ausdruck, dass Internet keine Einbahnstraße in Sachen Kommunikation ist. Das neue LehrerInnenweb setzt verstärkt auf die Kommunikation und den Austausch zwischen den PädagogInnen, und ermöglicht damit einen sinnvollen Know how-Transfer.

Fragen zur Pädagogik oder zum Unterricht können direkt per Mail mittels eines Rechercheauftrags an die LehrerInnenwebredaktion gerichtet werden. Die Resultate werden online gestellt. Das Herzstück des LehrerInnenwebs bildet Österreichweit die größte Onlinesammlung an Unterrichtsmaterialien, E-Learning Sequenzen und Unterrichtsvorbereitungen.

Das neue Angebot am LehrerInnenweb, die WIBSIPÄDIA, ist ein weiteres Wissens-Feature. Gemeinsam mit pädagogischen ExpertInnen wird ein sich stetig wachsendes und sich entwickelndes pädagogisches Onlinelexikon aufgebaut. Natürlich kostenlos und weltweit abrufbar. WIBSipädia ist eine Wortzusammenstellung aus Wiener Bildungsserver (WIBS), Pädagogik und Wikipedia (eine von vielen ehrenamtlichen AutorInnen verfasste, mehrsprachige, freie Online-Enzyklopädie. Zur Zusammenarbeit nutzt sie ein Wiki, eine Software, mit der jeder Internetnutzer/jede Internetnutzerin in nahezu jedem Browser neue Artikel schreiben, bestehende verändern oder recherchieren kann. Das im Januar 2001 gegründete Projekt bezeichnet sich als freie Enzyklopädie, weil alle Inhalte unter einer Lizenz stehen, die jedermann das Recht einräumt, die Inhalte unentgeltlich - auch kommerziell - zu nutzen, zu verändern und zu verbreiten. Es gilt als die umfangreichste Sammlung originär freier Inhalte).

http://www.ixlarge.at/ - einzige Plattform für kostenlose Bewerbungshilfe für Jugendliche

Die jüngste Plattform im Netz ist seit Mai 2004 online und richtet sich an die Zielgruppe Jugendliche - mit dem Schwerpunkt auf Beruf, Ausbildung und Lehre. Eine umfangreiche Datenbank bietet Informationen zu Berufsbild, Ausbildungsschwerpunkten, Lehrlingskollektivvertrag und vieles mehr. Das absolute Highlight der Site ist der Bewerbungsgenerator. Als einzige Plattform im deutschsprachigen Raum ermöglicht sie Jugendlichen, kostenlos Hilfe für Bewerbungen zu nutzen. Nach Eingabe der persönlichen Daten werden ein Lebenslauf und ein Bewerbungsschreiben vorbereitet. Diese Dokumente müssen nur mehr ausgedruckt und können sofort versendet werden.

http://www.elternweb.at/ - Hilfestellung für Eltern

Diese Plattform für die Eltern wird gerade einer Generalüberholung unterzogen. Weil alle Sites des ICE Vienna gemeinsam mit der jeweiligen Zielgruppe erarbeitet werden, wird hier gerade mit einer Elterngruppe kooperiert. Die Inhalte: Schule, Kinder, Kindererziehung, Freizeit mit Kindern aber auch heiklere Themen wie Hilfe bei Süchten, Scheidung/Trennung, Tipps und Ratschläge bei kleinen Unfällen u.v.m. Ab 20. Oktober 2005 steht die Plattform wieder zur Verfügung.

Vizebürgermeisterin Grete Laska und LAbg. Barbara Novak abschließend: " Mit diesem außerordentlichen Engagement beweist Wien einmal mehr, dass es auch bildungspolitisch eine Weltstadt ist. Wir investierten Geld und Ressourcen, um technisch und inhaltlich die notwendigen Voraussetzungen für die optimale Aus-, Fort- und Weiterbildung der Menschen dieser Stadt zu ermöglichen."
(Schluss) spe

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