Gürtelbaustelle: High-tech, damit nicht solange gebaut wird

Kommende Woche wandert Baustelle vom Mariahilfer zum Hernalser Gürtel

Wien (OTS) - Auf dem Gürtel verlagert sich der Schwerpunkt der Arbeiten an der Betondecke in der kommenden Woche (8.8. bis 14.8.2005) vom Mariahilfer Gürtel hin zum Hernalser Abschnitt der Strasse. Gesperrt wird untertags immer nur ein Fahrstreifen, in der Nacht finden die Arbeiten auch auf zwei Fahrstreifen statt.

Österreichisches Patent: Verkürzung der Betonhärtung auf sechs Stunden

Zur Verkürzung der Arbeitsdauer setzt die MA 28 chemisch-physikalisches High-tech ein. Gewöhnlich braucht Beton 72 Stunden bis er vollständig abgebunden ist. Mit bauchemischen Spezialzusätzen lässt sich aber die Aushärtezeit deutlich verkürzen. Die Entwicklung ermöglicht schon kurze Zeitspannen bis zu sechs Stunden. Sie wurde in Forschungsarbeiten zwischen der Straßenbauabteilung, Privatunternehmen und der Wiener TU hervorgebracht. 2004 wurde der Sechs-Stunden-Beton erstmals eingesetzt. Das Patent hält eine Österreichische Firma.

Verantwortungsvoller Mitteleinsatz

"Diese Abbinde-Beschleuniger sind hochgeheime Zusatzstoffe und extrem teuer. Ihr Einsatz erfordert eine verantwortungsvolle Kosten-Nutzen-Abwägung", erzählt Dr. tech. Peter Lux, als Bereichsleiter für Gemeindestrassen auch für den Gürtel verantwortlich. Liegt der Aufwand für Betondecken ohne Zusatz pro Quadratmeter bei 80 Euro, erhöhen sich die Kosten für einen Zwölf-Stunden-Beton um ein Viertel und für den Sechs-Stunden-Beton um ein Vielfaches. Dieses Faktum verlangt seinen eingeschränkten Einsatz. Am Gürtel wird überwiegend ein 24-Stunden-Beton verwendet, dessen Quadratmeter-Kosten bei 90 Euro liegen. Die genannten Werte beschränken sich auf die Kosten rein für den Beton, ohne Berücksichtigung der Kosten für Absperrung, das Aufbrechen oder andere Vorarbeiten.

Baulärm: Rücksicht auf Anrainer durch Arbeitseinteilung

Mit dieser Technik lässt sich die Arbeit an einem Betonfeld auf zwei Tag beschränken. Untertags werden die Felder aufgebrochen und

möglichst auch betoniert, damit der aufgebrachte Beton in der Nacht und am folgenden Tag hart werden kann. So soll der Baulärm für die Anrainer so stark wie möglich reduziert werden.

Betonfeld schwer wie sechs Elefanten

Die durchschnittliche Dicke eines Betonfeldes liegt zwischen ca. 15 und 22 Zentimeter, die Ausdehnung variiert nach Fahrbahnbreite und Krümmung der Straße. Das Gewicht der Betondecke liegt im Bereich zwischen neun und vierzehn Tonnen. So schwer sind vergleichsweise sechs ausgewachsene Elefanten. Die Haltfestigkeit der Betondecke aus Sicht der Abnutzung durch den Verkehr liegt erfahrungsgemäß bei rund 50 Jahren. Jährlich müssen rund 45 Felder, das sind 0,5 % aller Flächen aus strassenbau-technischen Gründen erneuert werden. Die Arbeiten in kürzeren Intervallen finden ihre Ursache auch in anderen Erwägungen: Das können zusätzliche Leitungen für Strom, Lichtwellen (Breitbandinternet, Kanälen oder Rohren (Gas, Fernwärme, Wasser, Abwasser) sein oder deren Reparatur. Die Größenordnung liegt etwa noch einmal bei rund 0,5 % der Betonfelder.

Ein Drittel mehr Verkehr als auf der Tauernautobahn

Der Gürtel ist von der Anschlussstelle A23 an der Landstrasser Hauptstrasse bis zur Heiligenstädter Strasse 11,5 Kilometer lang. Jährlich fahren zwischen 76.000 und 82.000 Kraftfahrzeuge darüber, davon immerhin etwa 2.700 Lkw und Busse. Damit sind hier täglich immer noch um rund ein Fünftel mehr Autos unterwegs als am Franz-Josefs-Kai oder auf der Grünbergstrasse. Und noch um 33 Prozent mehr als auf der Tauernautobahn in Salzburg. (Schluss) wew

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