Volksbank Investmentbank: Gestiegener ATX stemmt sich gegen den Trend

Aktienkurse durch Rekordölpreis belastet

Wien (OTS) - Unbeeindruckt vom allgemeinen Abwärtstrend an den Börsen konnte der Wiener Börsenindex ATX in den letzten Tagen deutlich zulegen. Mit 3212,6 Punkten markierte der Index zuletzt sogar ein neues Rekordhoch. Hintergrund waren Kursgewinne des Indexschwergewichts Erste Bank (+7,1 Prozent), berichten die Volkswirte der Volksbank Investmentbank (VBIB) in ihrem wöchentlichen Finanzmarktkommentar. Die übrigen Aktienmärkte verzeichneten in der vergangenen Woche mehrheitlich Kursverluste. Aus dem S&P 500 haben mittlerweile 433 Unternehmen ihr Quartalsergebnis veröffentlicht. 71,1 Prozent davon konnten die Markterwartungen übertreffen. 16,2 Prozent lieferten ein Ergebnis unter den Markterwartungen.

Die Richtung der Märkte wird in den nächsten Tagen vor allem der heute Nachmittag zur Veröffentlichung anstehende US-Arbeitsmarktbericht für Juli bestimmen. Der Markt rechnet mit 180.000 neu geschaffenen Stellen. Ein hoher Risikofaktor ist weiterhin die Entwicklung des Ölpreises. Im Spannungsverhältnis eines weiterhin zu Rekordständen tendierenden Ölpreises und der Erwartung von guten Arbeitsmarktdaten rechnet die VBIB auf Wochensicht mit einer Seitwärtsentwicklung an den Aktienmärkten.

Die Ölpreise sind in der vergangenen Woche weiter gestiegen. Zwischenzeitlich erreichten die Sorten Brent mit USD 61,3 je Fass und US Light Crude mit USD 62,50 je Fass neue Rekordstände. Preis treibend wirkten vor allem der Tod des saudischen Königs Fahd, Produktionsunterbrechungen wichtiger US-Raffinerien in Folge von Bränden in der Woche zuvor sowie die neueste Wettervorhersage der US-Wetterbehörde, wonach in diesem Jahr mit einer extrem aktiven Hurrican-Saison mit 9-11 Hurricans zu rechnen ist. Bereits Anfang Juli sorgten die beiden Wirbelstürme Dennis und Emily für Unterbrechungen bei der Ölförderung im Golf von Mexiko.

Das Wachstum der US-Wirtschaft hat sich im zweiten Quartal etwas abgeschwächt. Nach der ersten Schätzung des US-Handelsministerium wuchs das Bruttoinlandsprodukt im entsprechenden Quartal mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 3,4 Prozent (Q1: 3,8 Prozent). Die im Vergleich zum Vorquartal etwas niedrigere Wachstumsrate resultiert aus zwei maßgeblichen Faktoren: Die seit zwei Jahren erstmalige Reduktion der Lagerbestände vor allem bei Automobilherstellern und die im Vergleich zur Vorperiode niedrigere Wachstumsrate beim Konsum (Q2: 3,3 Prozent; Q1: 3,5 Prozent, Q/Q ann.). Ein höheres Wachstum verzeichneten hingegen die Unternehmensinvestitionen (Q2: 9 Prozent; Q1: 5,7 Prozent, Q/Q ann.) und der Export (Q2: 12,6 Prozent; Q1: 7,5 Prozent, Q/Q ann.). Der Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager ist im Juli auf 56,6 Punkte (Juni: 53,8) gestiegen. Ein Index-Wert über 50 deutet auf ein Wachstum des Verarbeitenden Gewerbes. Der entsprechende Index für den Dienstleistungsbereich, der etwa 80 Prozent der US-Wirtschaft umfasst, ist auf 60,5 Punkte (Juni: 62,2) zurückgegangen.

Leichter Optimismus herrscht in der Eurozone: Der Einkaufsmanagerindex erreichte mit 50,8 Punkten im Juli (Juni: 49,9) den höchsten Stand seit fünf Monaten. Auch der Index für den Dienstleistungsbereich konnte etwas zulegen (Juli: 53,5; Juni: 53,1). Der Einzelhandelsumsatz der Eurozone stieg im Juni um 0,4 Prozent M/M (Mai: 1,1%).

In einem vorwiegend durch technische Faktoren getriebenen Handel erlitt der US-Dollar in der vergangenen Woche gegenüber dem Euro Kursverluste. Die wichtigsten Einflussfaktoren für das Währungspaar bilden in den nächsten Tagen die US-Arbeitsmarktzahlen, die erwartete Leitzinserhöhung von 3,25 Prozent auf 3,5 Prozent durch die US-Notenbank sowie die erste offizielle Schätzung zum BIP-Wachstum der Eurozone im zweiten Quartal. Die VBIB geht davon aus, dass in diesem Umfeld die Stimmung wieder mehr in Richtung eines stärkeren US-Dollar tendieren wird.

Datenveröffentlichungen

USD je Euribor USD Libor Dt. Bund
EUR 3m 3m 10y
05.Aug05 1,237 2,13% 3,75% 3,34%
29.Jul05 1,211 2,12% 3,69% 3,22%
+/- -2,05% 0,01%Pkte 0,06%Pkte 0,12%Pkte

US T-Bond Öl (Brent) ATX DAX DJ Ind. 10y USD/Fass
05.Aug05 4,32% 60,4 3192,8 4852,4 10610,1 29.Jul05 4,21% 59,2 3137,7 4908,4 10705,6 +/- 0,11%Pkte 2,08% 1,76% -1,14% -0,89%

Aug. Land Ereignis Zeitraum

5. USA Arbeitslosenrate Juli
USA Zahl neugeschaffene Stellen (Tsd) Juli
USA Konsumentenkredite Juni
7.-8. JPN Notenbanksitzung
8. CH Arbeitslosenrate Juli
JPN Bankkredite Juli
9. USA Produktivität (vorl.) Q2
USA Lagerbestände Großhandel Juni
USA Notenbanksitzung
DEU Leistungsbilanz Juni
11. USA Einzelhandelsumsatz Juli
USA ohne Autos Juli
USA Lagerbestände Industrie Juni
USA Wö. Erstantr. Arbeitslosenh. 06. Aug
ERZ BIP-Wachstum (Schätzung) Q2
DEU BIP-Wachstum (Schätzung) Q2
CH SECO Konsumentenklima Juli
JPN Leistungsbilanz Juni
12. USA Handelsbilanz Juni
USA Univ. Michigan Vertrauen (vorl.) August
JPN BIP-Wachstum (vorl.) Q2
JPN BIP-Deflator (vorl.) Q2
JPN Industrieproduktion (Endwert) Juni
JPN Kapazitätsauslastung (Endwert) Juni

Quelle: Bloomberg, Reuters, statistische Ämter

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