Hiroshima: ÖGB fordert Abschaffung aller Massenvernichtungswaffen

Präsident Verzetnitsch: "Entfesselter Kapitalismus, der Menschen weltweit ausbeutet, ist Nährboden für Gewalt"

Wien (ÖGB) - Anlässlich der sechzigsten Wiederkehr des Atombombenabwurfs über Hiroshima fordert der ÖGB die Abschaffung aller Nuklear- und Massenvernichtungswaffen. Seit dem Abwurf der Atombomben am 6. August 1945 auf Hiroshima und am 9. August 1945 auf Nagasaki sind 60 Jahre vergangen. "60 Jahre, in denen die Menschheit offensichtlich nichts dazu gelernt hat. Die Entwicklung dieser Massenvernichtungswaffen wird weiter diskutiert und auf weltweiten Terror wird weiterhin mit Krieg und noch mehr Terror reagiert, wie die jüngsten Ereignisse in Großbritannien, Ägypten oder Türkei leider beweisen", stellt ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch, fest.++++

"Wir müssen uns daher noch stärker für eine gewaltfreie Welt einsetzen, in der Nuklear- und Massenvernichtungswaffen der Vergangenheit angehören", sagt der ÖGB-Präsident. Dazu bedürfe es gemeinsamer Anstrengungen für eine gerechtere Welt und der Umsetzung nachhaltiger Friedensprozesse. Atombomben haben bis heute ihren Schrecken nicht verloren. Die Überlebenden und ihre Kinder leiden bis heute an den Spätfolgen der Bomben von Nagasaki und Hiroshima, die Menschheit wird nach wie vor durch Nuklearwaffen bedroht. Unser Ziel muss die Entwicklung von Gesellschaften sein, die sowohl die Bereitstellung als auch den Einsatz von Atomwaffen ablehnen, weil er ihrer Verantwortung für diese Welt in Freiheit und Humanität widerspricht.

Um wirkungsvolle Friedensstrategien entwickeln zu können ist es notwendig, den Blick für jene Gefahren zu schärfen, die unsere Welt täglich bedrohen: Hunger und Armut, wirtschaftliche Ungleichheit und politische sowie soziale Ungerechtigkeit. "Als GewerkschafterInnen sind wir überzeugt, dass es eine Alternative gibt. Friede, soziale Sicherheit, das Recht auf Arbeit und ausreichendes Einkommen müssen in Zeiten des globalen Wettbewerbs eine zentrale Rolle spielen", erklärt Verzetnitsch.

Die Globalisierung lässt sich menschlich gestalten, in dem näher zusammengerückt wird und die Schrecken von Hunger und Krieg gemeinsam bekämpft werden. Das Engagement der Gewerkschaften war und ist in der weltweiten Friedensbewegung von zentraler Bedeutung. Weltweit kämpfen GewerkschafterInnen täglich für menschenwürdige Arbeitsbedingungen und für einen gerechten Anteil der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer am erwirtschafteten Wohlstand. Nur so können Alternativkonzepte zu einem entfesselten Kapitalismus, der Menschen weltweit ausbeutet und den Nährboden für Gewalt aufbereitet, geboten werden.

"Das Gedenken an Hiroshima und Nagasaki ist für uns nicht nur ein bleibendes Mahnmal, sondern ein zusätzlicher Auftrag uns Tag für Tag dafür einzusetzen, dass Hunger, Gewalt und Krieg in unserer heutigen Gesellschaft der Vergangenheit angehören müssen", so ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch abschließend. (ew)

ÖGB, 5. August 2005 Nr. 477

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