Der "Hochdruckreiniger" war eine Plastikspritzpistole

Konsumenten werden auf Werbeveranstaltungen geneppt

Wien (AKNÖ) - Zur Zeit werden in Niederösterreich wieder massenhaft Postsendungen verschickt. Eine Konsumentin aus St. Pölten bekam ein Schreiben von der Firma "Hobby & Garten", in dem sie vom Gewinn eines Hochdruckreinigers in Kenntnis gesetzt wurde. Auf der Werbefahrt, im Rahmen derer der Gewinn verteilt werden sollte, entpuppte sich der "Hochdruckreiniger" als Plastikspritzpistole für den Gartenschlauch. Und auch die Firma "Hobby & Garten" ist den Konsumentenschützern mit ihren Werbeveranstaltungen bestens bekannt.

Ihr Gewinn, so erfuhr die Konsumentin, hätte laut Schreiben bereits eine Woche zuvor ausgeliefert werden sollen, aber da sei sie nicht daheim gewesen. "Stimmt nicht", so die Konsumentin, "bei uns ist immer wer zuhause!" So sei also nichts anderes übrig geblieben, als an der angekündigten Veranstaltung teilzunehmen. Teilgenommen hat aber nicht die Konsumentin aus St. Pölten selbst, sondern Konsumentenberaterin Christa Hörmann von der NÖ Arbeiterkammer.

Quittungen werden nicht ausgegeben

"Wie immer lag der Fokus der Veranstaltung darauf, möglichst viele teure Produkte an den Mann zu bringen. In dem Fall waren es so genannte 'selbstregenerierende' Magnetfeldtherapieauflagen um knapp 900 Euro, deren Wirkung medizinisch nicht bewiesen ist", berichtet Christa Hörmann. Darüber hinaus wurden Bratpfannen um 45 Euro verkauft. Beim Verkauf wurden dafür jedoch keine Quittungen ausgegeben. Von "Hobby & Garten" gibt es nicht einmal eine Adresse, es existiert nur ein Postfach in Oberösterreich. So können Gewährleistungsansprüche von den Konsumenten niemals geltend gemacht werden.

Plastikdüse statt Kompressor

Dass "Hobby & Garten" mit unseriösen Methoden arbeitet, zeigte sich letztendlich auch bei der Überreichung des gewonnenen "Hochdruckreinigers", der sich als Plastikaufsatz für den Gartenschlauch entpuppte. AKNÖ-Technikexperte Ing. Horst Krumholz:
"So etwas als 'Hochdruckreiniger' zu bezeichnen, ist schlichtweg falsch. Denn ein Gerät darf nur dann als Hochdruckreiniger bezeichnet werden, wenn dieses selbst den nötigen Hochdruck erzeugt, indem es zum Beispiel über einen Kompressor mit entsprechendem Druckkessel verfügt." Das Resümee der Konsumentenschützer: "Glauben Sie nicht alles, was in den so genannten Gewinnbenachrichtigungen versprochen wird, die zurzeit verschickt werden. Es wird einem nichts geschenkt. Die Veranstalter holen sich ihr Geld beim Verkauf überteuerter Produkte zurück."

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