Plank: Dorfhelferinnen in Krisensituationen am Bauernhof zur Stelle

Soziale Einrichtung, die es nur in Niederösterreich gibt

St. Pölten (NÖI) - In Niederösterreich gibt es mit den Dorfhelferinnen eine Sozialeinrichtung im ländlichen Raum, die es sonst nirgendwo in Österreich gibt. Die Dorfhelferinnen springen ein, wenn eine Bäuerin wegen Krankheit, Unfall, Kuraufenthalt oder Schwangerschaft ausfällt und nicht am Betrieb mitarbeiten kann. "Seit nunmehr fast 40 Jahren sind die Dorfhelferinnen, die speziell ausgebildet werden, im Einsatz. Sie sorgen in den bäuerlichen Familienbetrieben dafür, dass in Krisenfällen der normale Tagesablauf sichergestellt ist. Die Familienbetriebe sind das Herz für einen intakten ländlichen Raum. Wenn wir funktionierende Strukturen in unseren Regionen haben wollen, dann brauchen wir vor allem funktionierende Bauernhöfe", betont Landesrat Josef Plank.

Dorfhelferin Johanna Höhlmüller aus Reinsberg im Mostviertel ist eine der erfahrensten Dorfhelferinnen: 150 Mal wurde sie bereits zu einem Bauernhof gerufen, um für die Betrieb führende Bäuerin einzuspringen und um zu helfen. Sie führt den Haushalt, kümmert sich um die Kinder und hilft auch im Stall mit.

In Niederösterreich stehen derzeit 30 Dorfhelferinnen im Einsatz. Sie werden neun Monate lang speziell in der Landwirtschaftlichen Fachschule Tullnerbach ausgebildet. Davon sind 15 Wochen Theorie und 19 Wochen Praxis auf vier verschiedenen landwirtschaftlichen Betrieben sowie jeweils drei Wochen in einem Kinderheim und in einem Altersheim zu absolvieren. Nach erfolgreichem Abschluss des Lehrganges kann ein Sondervertrag mit dem Land Niederösterreich abgeschlossen werden. Seit 2004 ist dieser Beruf auch für männliche Bewerber offen. Voraussetzung für den Beruf ist der Abschluss der zehnten Schulstufe, die Vollendung des 17. Lebensjahres, Flexibilität, Bereitschaft, immer wieder neue Herausforderungen anzunehmen sowie Freude im Umgang mit Mensch und Tier.

In Krisensituationen, vor allem wenn Kinder zu betreuen sind oder pflegebedürftige Personen im Haushalt leben, können sich die Bauern beim Maschinenring oder direkt bei der Einsatzleitung in St. Pölten melden und um eine Dorfhelferin ansuchen. Die Dorfhelferin ist eine Sozialarbeiterin am Bauernhof, die die Heim- und Betriebshilfe in einem abdeckt. Für den nächsten Lehrgang, der im September startet, sind noch einige Plätze frei.

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