ÖAMTC: Österreich befindet sich im europäischen Vergleich bei der Unfall-Entwicklung auf der Überholspur

In vielen Beitrittsländern besteht enormer Aufholbedarf

Wien (OTS) - "Österreich liegt in den Jahren 2001 bis 2004 mit einer Reduktion von minus 8 Prozent bei der Zahl der Toten im Straßenverkehr noch deutlich hinter der Vorgabe der EU-Kommission. Hier sind noch gewaltige Anstrengungen nötig, um das Ziel, einer Halbierung der Anzahl von Verkehrstoten bis 2010 zu erreichen. Die Tendenz der Unfallzahlen für das erste Halbjahr 2005 in Österreich lässt aber eine deutliche Verbesserung im europäischen Vergleich erwarten", erklärt ÖAMTC-Verkehrstechniker Roman Michalek.

Maßnahmen der vergangenen Jahre wie beispielsweise die Einführung der Mehrphasenausbildung, Verbesserungen bei der Tunnelsicherheit oder der passiven Fahrzeugsicherheit beginnen zu greifen und machen sich langsam in der Unfallstatistik bemerkbar. Auch die Einführung des Führerschein-Vormerksystems lässt laut Ansicht des Clubs eine deutliche Verringerung der Unfallzahlen erwarten.

Beim Vergleich der Unfallentwicklung im europäischen Vergleich gibt es neben viel Licht ebenso viel Schatten. "Vom Ziel des Verkehrssicherheitsprogramms der Europäischen Union, zwischen 2001 und 2010 die Anzahl der Verkehrstoten zu halbieren, ist Europa meilenweit entfernt", sagt Michalek zu den jetzt von der EU-Kommission veröffentlichten vorläufigen Unfallzahlen.

Inklusive der zehn neuen Mitgliedsstaaten hat man im Jahr 2001 in Summe 50.385 Tote bei Verkehrsunfällen verzeichnet. Bis zum Jahr 2004 konnte europaweit eine Reduktion bei der Anzahl der Verkehrstoten von etwa 15 Prozent erreicht werden. Laut EU-Fahrplan hätte es aber eine Reduktion von 20 Prozent geben müssen. Die Gründe dafür sind vielfältig: Vor allem die neuen Beitrittsländer haben in Sachen Verkehrssicherheitsarbeit noch einigen Aufholbedarf. In den ursprünglich 15 europäischen Staaten der EU zeichnet sich hingegen ein durchwegs positiver Trend bei der Reduktion der Anzahl der Unfalltoten ab. Die 20-prozentige Vorgabe konnte aber trotzdem auch in vielen dieser Länder nicht erreicht werden.

Nachsitzen ist auf jeden Fall für die drei Schlusslichter-Länder angesagt, so verzeichnet Zypern eine Zunahme von 20 Prozent, Litauen hat mit 6 Prozent und Ungarn mit 5 Prozent ebenfalls deutlich mehr Verkehrstote 2004 gegenüber 2001 zu beklagen. "Hier müssen noch viele Hausaufgaben in Sachen Verkehrssicherheit gemacht werden. Die fangen schon bei dem zum Teil sehr veralteten Fahrzeugbestand an und reichen über Bewusstseinsbildungsprogramme bis hin zu Verbesserungen der Straßen-Infrastruktur", erklärt Michalek. Zu den Vorzugsschülern im europäischen Ländervergleich haben sich drei Staaten gemausert:
Frankreich (minus 32 Prozent), Luxemburg (minus 30 Prozent) und Portugal (minus 22 Prozent).

(Schluss)
ÖAMTC-Pressestelle/Sabine Fichtinger

Rückfragen & Kontakt:

ÖAMTC-Pressestelle
Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218
pressestelle@oeamtc.at
http://www.oeamtc.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OCP0001