"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Schützenhilfe" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 02.08.2005

Wien (OTS) - Meistens prügelt die ÖVP ihren Koalitionspartner und macht ihn vor aller Augen und Ohren lächerlich. Von Zeit zu Zeit aber bekommt das BZÖ liebevolle Streicheleinheiten. Das soll die "Orangen" im Regierungsboot halten und dafür sorgen, dass sie möglicherweise vielleicht doch noch einmal den Sprung ins Parlament schaffen. Diesmal hat Nationalratspräsident und VP-Schwergewicht Andreas Khol die nicht ganz leichte Aufgabe übernommen und auch bravourös bewältigt. Er hat einfach die FPÖ unter ihrem Neo-Obmann Heinz-Christian Strache ins Abseits gestellt. Als Regierungspartner kommt sie für ihn "absolut nicht in Frage", sagte Khol der Tiroler Tageszeitung.
Das sollte wohl dem BZÖ unter Alt-FP-Chef Jörg Haider wieder ein bisschen Auftrieb verleihen. Und im Ernstfall gilt ohnehin, dass "die Wahrheit eine Tochter der Zeit ist", wie Khol einmal formuliert hat. Immerhin hat der alte VP-Haudege seinerzeit einmal der alten Haider-FPÖ bescheinigt, dass sie "außerhalb des Verfassungsbogens" steht und daher als Regierungspartner der ÖVP nicht in Frage kommt. Auf einmal war sie dann aber doch in der Regierung und der damals Drittplazierte Wolfgang Schüssel Bundeskanzler.
Legen wir also die Worte von Andreas Khol nicht auf die Goldwaage. Sie sind eine nette Schützenhilfe für das daniederliegende BZÖ und nichts sonst.

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