Neues Volksblatt: "Verwirrung" (von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 1. August 2005

Linz (OTS) - Manchmal hat der Wiener Bürgermeister und SPÖ-Chef Michael Häupl, den man auch recht rüpelhaft erleben kann, doch ein Gespür für feine Ironie. Wenn er etwa für Beitrittsverhandlungen der EU mit der Türkei mit offenem Ausgang eintritt und diese Gegenposition zum SPÖ-Vorsitzenden Alfred Gusenbauer und
anderen Parteipromis mit dem Zitat "Hier stehe ich und kann nicht anders" begründet, dann ist das die ganz feine Klinge. Denn das Zitat stammt aus einem Brief der Rosa Luxemburg, einer Säulenheiligen der Sozialisten, in dem es um Spaltung und Unfrieden in der Sozialdemokratie geht.
Volltreffer!
Denn was sich derzeit in der SPÖ rund um die EU-Erweiterung abspielt, ist Chaos pur. Gusenbauer und SPÖ-Klubobmann Josef Cap sind gegen einen EU-Beitritt der Türkei, auf einer Linie mit FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache; Häupl und Bundespräsident Heinz Fischer -früher stv. SPÖ-Vorsitzender - mahnen dagegen zur Besonnenheit. Wer soll sich da auskennen, was diese Partei will?
Auf einfache SPÖ-Mitglieder passt in dieser Situation ein anderes Zitat, diesmal von Goethe: Da steh' ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor.

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